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Warmer Schlummertrunk – heimeliger Geschmack der Geborgenheit…

Heute hatte ich nach langer Zeit wiedermal Lust auf warme Milch mit Honig. Hab ich mir auch wirklich gemacht. Das ist so ein heimiliger Geschmack, verbunden mit schönen Kindheitserinnerungen. Denn von meiner lieben Oma mütterlicherseits, die für mich immer wie eine zweite Mutter war, habe ich Abends oft warme Milch mit Honig zum Trinken bekommen. Ich habe das geliebt als Kind.
Eigenartig, wieso ich Jahrelang nie Lust darauf hatte, und heute auf einmal wieder. Auch, wenn meine Geliebte Oma nicht mehr lebt, ist sie doch lebendig, in z.B. dieser Kindheitserinnerung fühle ich sie ganz nah. Heimiliger Geschmack der Geborgenheit, das trifft es ganz gut.
Der irdische Körper ist vergänglich, doch die Seele, der Geist lebt weiter. Und vielleicht war die Lust auf Honigmilch ein Impuls von ihr, weil sie mich besuchen wollte. Geliebte Verstorbene sind immer dann hier, wenn wir an sie denken, und/oder etwas intensiv die Erinnerung an sie weckt, wie ein Geruch, ein Geschmack, usw. Aber so intensive Erinnerungen an damals hatte ich schon lange nicht mehr. Sie überwältigen mich gerade, dass mir die Tränen kommen. Da ist ein Sehnen danach, wieder Zeit mit ihr verbringen zu wollen, aber das ist jetzt nicht mehr möglich, nicht mehr so, wie es früher möglich war, es ist jetzt anders.
Um den Hals trage ich die Kette mit dem Schutzengel, den Oma mir zum 30. Geburtstag geschenkt hat. Mir war es, als hätte sie ihn nochmals in ihre Hände genommen und mit ihrer Liebe gesegnet. Ich hatte jetzt das innere Bild davon. Ihre Anwesenheit ist für mich so klar fühlbar. Es ist ein inneres Fühlen, sehen und hören. Es war mir, als hörte ich den Satz: „Egal, was kommt, ich werde Dich immer lieben.“ Meine Augen füllen sich erneut mit Tränen. Tränen der Rührung und Freude, gepaart mit einem Gefühl der Geborgenheit.
Die Tasse ist jetzt leer. Vielleicht sollte ich diesen Schlummertrunk jetzt wieder öfter genießen, zu einem Abendritual machen, um meiner Oma im Geiste näher sein zu können, so etwas wie eine abendliche Verabredung im Geiste. 😉 Ja, warum nicht? 🙂
Ich fühle mich jetzt anders, im positiven Sinne, kann es aber nicht in Worte fassen. Mit Leichtigkeit könnte man es am Ehesten beschreiben, so als hätte das Weinen, die Tränen etwas gereinigt und aufgelöst.
Die Verabredung auf geistiger Ebene ist für heute zu Ende. Ich trage die Tasse weg und gehe dann schlafen. Gute Nacht.

Von Jacqueline

Ich bin Jahrgang 1982, in Wien geboren und aufgewachsen. Seit Mai 2003 lebe ich in Klagenfurt am Wörthersee.
Ich bin verheiratet und wir haben 3 Katzen, die Lucky, die Franzi und den Merlin.
Mein größtes Hobby ist das Schreiben, Geschichten, Gedichte, Tagebuch. Was meine Gedichte/Geschichten betrifft, ist es mein Bestreben, diese Welt mit meinen Texten ein Stückchen heller zu machen.

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