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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 6

Was bisher geschah:

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Im Morgengrauen klopft es plötzlich bei Jason an die Türe. Da er ohnehin schon wach war, öffnet er und wer steht vor der Tür? Elfenmutter Lariel.

„Du meine Güte, Lariel, wo warst Du? Ich habe Dir gestern Abend Dein schlafendes Töchterlein ins Haus gebracht, und Dich dabei nicht angetroffen.“

„Ich war bei meiner Freundin, der Waldfee Aurea Silvae (Licht des Waldes). Wir haben die ganze Nacht verquatscht.“

„Was hast Du auf dem Herzen, weil Du so früh, im Morgengrauen zu mir kommst?“, fragt Jason einfühlsam und führt Lariel hinein. Dann schließt er die Tür.

Sie seufzt tief. „Einerseits wollte ich Dich um noch ein Fläschchen Glöckchenzaubertrank bitten, und andererseits…“ „Der Glöckchenzaubertrank ist schon in Deinem Haus. Als ich Kiki nach Hause gebracht habe, dachte ich daran, dass ein weiteres Fläschchen notwendig sein könnte und nahm es mit.“, unterbrach Jason die aufgeregte Lariel.

„Andererseits wollte ich Dich fragen, ob Du mit meiner Tochter über ihre Pläne, in die Menschenwelt zu gehen/fliegen, gesprochen hast, oder war dies ein anderer Druide?“

Jason nickte. „Das war ich. Ich kann verstehen, dass diese Entscheidung, dieser Weg Deiner Tochter für Dich noch schwer zu verstehen ist, aber Du wirst gewiss Deinen Frieden damit finden. Außerdem ist Kiki ja nicht aus der Welt und kann Dich/uns immer wieder besuchen. Nur weil sie dann einen physischen Körper hat, heißt das nicht, dass sie in dieser „Hülle“ auf immer und ewig eingesperrt ist. Sie kann aus dem Körper hinaus, und wieder hinein schlüpfen.“, erklärt Jason.

„Eben, das stand für mich so im Widerspruch. Einerseits ist sie so ein Wirbelwind, und andererseits wünscht sie sich, die Erfahrung zu machen, wie es in einem physischen Körper ist.“, entgegnet Lariel.

„Anfangs, als ich ihr gesagt habe, dass sie in der Menschenwelt eine andere Form annehmen müsste, war Kiki ebenfalls skeptisch, hat wie Du gedacht, sie wäre da dann eingesperrt. Jedoch, nachdem ich ihr alles, so wie Dir jetzt, erklärt habe, sah Kiki ein, dass so eine Hülle ihr auch Schutz und Ruhe bieten würde. Gestern Abend hat sie mir konkret gesagt, wie sie sich ihren Körper in der Menschenwelt vorstellt. Kurz darauf ist sie vor Erschöpfung mitten im Wald eingeschlafen.“

„Oh je, und mein Haus war die ganze Nacht unbewacht?“, fragt Lariel erschrocken.

„Nein, nein, meine Liebe. Einer meiner Waldfreunde, ein großer Hirsch sorgt für Sicherheit.“, sagt Jason tröstend. „Aber hoffentlich erkennt der Hirsch mich als eigentliche Hausbesitzerin und greift mich nicht an.“ „Das wird nicht passieren. Außerdem werde ich ihm telepathisch mitteilen, dass Du auf dem Weg bist. Nur keine Sorge. Und heute komme ich zu Dir, und wir werden gemeinsam die Unterredung mit Kiki zu Ende bringen und letzte Details klären, denn ich habe schon eine Idee, wo Kiki in der Menschenwelt unterkommen könnte.“

Dankbar umarmt Lariel den Druiden Jason und verabschiedet sich. Zum Abschied sagt Jason noch: „Du wirst sehen, es wird alles gut.“

Zuhause angekommen, liegt Kiki noch immer schlafend in ihrem Lavendelblütenbettchen. Geschwind mischt Mutter Lariel wieder die 3 Zutaten in den Zaubertrank, das Stück Fingernagel, das Haar und den Blutstropfen. Dann stellt sie das Fläschchen wieder auf den Tisch und legt einen Zettel dazu, auf welchem steht: „Trink das, bevor Du wegfliegst. Hab Dich lieb, Deine Mami.“ Danach macht sich Lariel wieder auf, um in die Arbeit zu fliegen. Kiki ist wieder allein.

Kurz nach Abflug der Mutter erwacht Kiki und wundert sich, weil sie nicht mehr im Wald ist, sondern zu Hause. Bald entdeckt sie das Fläschchen mit dem Zaubertrank, schüttelt es etwas und trinkt. Danach fliegt auch Kiki hinaus, in den neuen Tag.

Weiter zu Teil 7…

Von Jacqueline

Ich bin Jahrgang 1982, in Wien geboren und aufgewachsen. Seit Mai 2003 lebe ich in Klagenfurt am Wörthersee.
Ich bin verheiratet und wir haben, mittlerweile nur noch eine Katze, die Lucky.
Mein größtes Hobby ist das Schreiben, Geschichten, Gedichte, Tagebuch. Was meine Gedichte/Geschichten betrifft, ist es mein Bestreben, diese Welt mit meinen Texten ein Stückchen heller zu machen.

4 Antworten auf „Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 6“

Ein sehr schöner, stimmungsvoller und berührender 6. Teil deiner Elfengeschichte!
Mir ist neulich beim lesen schon eingefallen, daß ich als Mutter eines Sohnes in seinen Jugendjahren auch oft gerne so einen Glöckchenzauber gehabt hätte, da kann ich die Sorgen der Elfenmutter Lariel sehr gut verstehen.
Ich bin wieder sehr gespannt auf den nächsten Teil, wünsche dir eine gute Nacht und schick liebe Grüße
Monika.

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