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Handgemachte Wesen und ihre Geschichten Kiki, das Elfenkind

Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 12

Alle Teile dieser Geschichte sind in der Kategorie: „Kiki, das Elfenkind“, nachzulesen.

Die Nacht bricht herein, und Lina fühlt sich schrecklich einsam. Sie liegt unter dem Lindenbaum und knabbert noch an ein paar Grashalmen.

Ein rascheln ist zu hören, dann Schritte. „Lina!“, ruft halblaut eine Stimme. „Mami!“, ruft Lina. Die Mutter legt sich neben sie. „Ich kann Dich ja nicht einfach alleine lassen, einen Tag vor Deiner Abreise. Ganz dicht liegen Mutter und Tochter beisammen und Lina atmet mit tiefen Atemzügen den vertrauten Geruch der Mutter ein. Irgendwann schlummern beide friedlich.

Im Morgengrauen wundert sich Mayara Morgentau, wieso Lina noch da ist und neben ihrer Mutter unter dem Lindenbaum schläft. Im Elfenhaus von Lariel ist noch alles dunkel, da möchte sie noch nicht stören.

In diesem Augenblick erwacht Lilli, die Rehmutter. Der erste Blick aus ihren verschlafenen Augen fällt direkt auf Mayara. Diese sagt leise: „Guten Morgen, Mutter Reh, ich möchte ja nicht zu neugierig sein, aber warum ist Deine Tochter Lina noch da?“ Lilli setzt sich auf und antwortet: „Ach, die Abreise ist gestern etwas daneben gegangen. Aber heute wird sie wiederholt.“

Mayara ist es unangenehm, weiterzufragen, darum lässt sie es gut sein, verabschiedet sich und fliegt weiter.

Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. „Guten Morgen, Kiki!“, ruft Linruna Feenlicht. Kiki reckt und streckt sich. „Es ist Post von Jason gekommen, Ihr werdet am frühen Nachmittag abgeholt. Ich soll mit Dir zum großen Lindenbaum, ganz in der Nähe von Deinem Zuhause fliegen. Dort ist der Treffpunkt, um 14:00 Uhr.“ Kiki nickt und ruft fröhlich: „Guten Morgen! Können wir schon früher aufbrechen? Dann können Lina und ich noch ein bisschen spielen.“ „In Ordnung, aber ich muss noch kurz in den Wald fliegen und ein paar Dinge erledigen. Ich hoffe, ich kann Dich hier einstweilen alleine lassen? Hier auf dem Tisch ist Dein Frühstück gerichtet. Jetzt bist Du derweil meine Hauselfe.“ Den letzten Satz sagt Linruna mit einem Augenzwinkern und Kiki schmunzelt.

Auch Lina hat schon gefrühstückt und besucht einstweilen den Waldtierkindergarten. Auch sie hat die Mitteilung erhalten, dass um 14 Uhr der Treffpunkt bei der großen Linde ist. Kiki schickt Lina telepathisch noch die Nachricht, dass sie schon früher dort sein soll, so gegen Mittag, damit sie beide noch etwas spielen können.

Lilly rollt das Tuch sorgfältig zusammen, auf dem sie Nachts gelegen war. Es sollte für Lina eine Überraschung sein. Sie trägt es einstweilen zu Lariel, ins Elfenhaus und fragt: „Du, Lariel, gibt es einen Elfenzauber, der dafür sorgt, dass mein Geruch immer auf diesem Tuch bleibt? Ich bin neben Lina die ganze Nacht, unter der Linde darauf gelegen und möchte es ihr vor der Abreise schenken.“

Lariel nimmt das Tuch, riecht daran, streicht darüber und lässt feinen Elfenstaub darüber rieseln. Dabei murmelt sie einen geheimen Spruch. Dann gibt sie der Rehmutter das Tuch zurück. Dankbar verlässt Lilly das Elfenhaus.

zu Mittag treffen Kiki und Linruna bei der großen Linde ein. Lina, Lariel und Lilly sind schon dort. Eine große Picknickdecke ist aufgebreitet und so essen sie noch allesamt gemeinsam. Danach spielen die Kinder noch ein Weilchen.

Pünktlich um 14 Uhr ist wieder dieses typische Rauschen in der Luft zu vernehmen. „Die Einhornkutsche!“, rufen Kiki und Lina im Chor. Plötzlich steht Mutter Lariel auf, fliegt noch einmal ins Elfenhaus. Es scheint, als hätte sie etwas vergessen. Richtig, das Glöckchen, welches als Hilfsmittel für den Glöckchenzauber diente. Ihr erinnert Euch bestimmt daran.

„Schau Kiki, dies ist das Glöckchen, mit welchem ich Dich immer gerufen habe, als der Glöckchenzauber aktiv war. Jetzt schenke ich es Dir, als Talisman. Auch Lina bekam von ihrer Mutter das Zaubertuch, mit ihrem Duft darauf, als Erinnerung. „Trage es mit Dir und schlafe darauf, so lange Du möchtest, und so lange Du es brauchst.“, sagt sie noch und schmiegt sich an ihre Tochter.

Ein Mädchen steigt aus der Einhornkutsche, die soeben auf der Wiese gelandet ist. „Hallo, guten Tag! Ich bin Prinzessin Marissa von Weißmagien. Ihr müsst aber nicht so förmlich sein, sondern dürft Du, und einfach Marissa zu mir sagen.“

Erstaunt heften sich alle Blicke auf die Prinzessin. Sie ist schlank, blond, trägt ein Kleid mit Blüten darauf und ein Leuchten geht von dem Mädchen aus. Aus allen Poren der Haut kommen Lichtstrahlen. Schon alleine dies ist eine beruhigende Kraft für Rehlein Lina. So langsam wird sie wieder nervös, wenn sie an das Fliegen mit der Einhornkutsche denkt. Aber Prinzessin Marissa hat schon vorgesorgt. Sie stellt vor das Rehlein ein Schälchen hin und sagt: „Trink das, Rehlein. Du wirst dann ruhig und friedlich schlafen. Und wenn Du erwachst, sind wir schon am Ziel. Heute kommt ihr ins Schloss in Friedensreich, erhaltet eine exklusive Führung, und am Abend gibt es ein Festessen, Euch zu Ehren. Morgen bringe ich Euch dann in die Menschenwelt.“, erklärte Prinzessin Marissa, mit sanfter Stimme. Das Reh hatte derweil das Schälchen leer getrunken. Die Mutter legt das Tuch um ihre Tochter, und so wurde Lina als erstes in die Kutsche gehoben, und auf ein Kissen gebettet. Kiki umarmt ihre Mutter, gab ihr ein Küsschen und bedankt sich bei Linruna Feenlicht, für die Gastfreundschaft. Dann steigt sie zu Lina in die Kutsche. „Machts gut!“, rufen Lariel, Linruna und Lilly. Auch Marissa verabschiedet sich und nimmt ihren Platz ein, sodass es nun endlich losgehen kann.

Fortsetzung folgt…

Von Jacqueline

Ich bin Jahrgang 1982, in Wien geboren und aufgewachsen. Seit Mai 2003 lebe ich in Klagenfurt am Wörthersee.
Ich bin verheiratet und wir haben, mittlerweile nur noch eine Katze, die Lucky.
Mein größtes Hobby ist das Schreiben, Geschichten, Gedichte, Tagebuch. Was meine Gedichte/Geschichten betrifft, ist es mein Bestreben, diese Welt mit meinen Texten ein Stückchen heller zu machen.

3 Antworten auf „Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 12“

Wie schön, daß Mutter und Tochter Reh die letzte Nacht vor der endgültigen Abreise noch gemeinsam hatten. Lillys Idee mit dem Schlaftuch finde ich so lieb, ebenso , daß Lariel ihrer Tochter das Glöckchen mitgibt auf die Reise, so haben beide eine ganz liebevolle Erinnerung an ihre Mütter, wenn sie in der Menschenwelt doch einmal das Heimweh packt! So, wie wir Menschen liebe Erinnerungen an unsere Kinderzeit mit hinaus ins Leben nehmen und die Liebe unserer Eltern.
Nun bin ich sehr gespannt aufs Schloß in Friedensreich und wünsche dir wieder eine gute Nacht, liebe Grüße
Monika.

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