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Der Eisfluch und eine außergewöhnliche Liebe – eine Kurzgeschichte

Die nachfolgende Geschichte ist am Wochenende spontan und zum Spass entstanden. Ihr gingen diese 7 Begriffe voraus.

Der Eisfluch und eine außergewöhnliche Liebe

Im Tausendblütenland, wo normalerweise Blumen und Bäume sprießen, gab es momentan nur Eisblumen. Die Bäume waren starr und kahl.

Die böse Königin Snowindra von Eisheim hatte das friedliche Land vereinnahmt, und in eine eisige Welt verwandelt. Niemand hatte es bisher geschafft, das Reich Tausendblütenland, von dem Eiszauber zu befreien.

Im Königspalast waren alle zu Eisskulpturen verzaubert worden, Königin Willow Weidenblüte stand wie versteinert, neben ihrem Gemahl Eichäus von Eichenthal. Die ältere Prinzessin des Tausendblütenlandes, Crysanthemia Blütenfein, war in ihrem Bett zu Eis verwandelt worden. Jedoch, wo sich die Schwester, Daisy Wunderblüte aufhielt, wusste niemand. Man vermutete, Snowindra und ihr eisiges Gefolge, hätten sie entführt.

Der schöne See war zugefroren. Auf der Eisfläche saß traurig eine Nixe. Sie weinte bitterlich. Jedoch, jede Träne, die aus ihren Augen kam, erstarrte zu Eis.

Da trug es sich zu, dass eine Hexe auf ihrem Besen vorbeigeflogen kam. „Was ist denn hier passiert?“, fragte sie sich. „Das war bestimmt Snowindra und ihr gehässiges Eisfeenvolk!“, erwiderte ein Zwerg, der ebenfalls auf dem Hexenbesen saß. Die Hexe nickte heftig. „Da muss man was machen, damit dies schöne Land seine ursprüngliche Gestalt wieder erhält!“, rief die Hexe. „Da braucht Ihr aber einen starken Zauber, Herrin.“, antwortete hierrauf der Zwerg. „Also bitte, unterschätze mich nicht, mein Guter! Ich habe bei den besten Zauberern und Hexenmeistern gelernt und weiß, worauf es ankommt.“, sagte die Hexe und sah den Zwerg mit durchdringendem Blick an. Dieser räusperte sich und brachte nur ein verlegenes „Tschuldigung“ heraus. Die Hexe nickte dem Zwerg nur lächelnd zu und fasste einen Entschluss: „Wir werden nach Eisheim, zur bösen Eislady fliegen, und sie zur Rede stellen.“ Der Zwerg erschrak und fragte: „Und was ist, wenn, … wenn sie uneinsichtig ist?“ „Tja dann, blüht ihr was, und das wird ihr nicht gefallen!“ Der Zwerg hörte auf, zu fragen. Sie flogen weiter, in Richtung Eisheim.

Da kam eine Fee auf einem Einhorn zu dem gefrorenen See und sah die Nixe darauf weinend sitzen. „Hallo, wer bist Du? Und warum weinst Du?“, fragte die Fee. „Ich, … Ich …“, schluchzte die Nixe. „Ich heiße Jeneva Wellenklar. Ich bin hier auf dem Eis festgefroren und mein Fischschwanz steckt im Eis fest. Ich bin für immer und ewig eine Gefangene!“ „Mein Name ist Jasmin Blumental. Vielleicht kann ich Dir helfen, dass zumindest Dein Fischschwanz aus dem Eis befreit wird.“, erwiderte die Fee und näherte sich der festgefrorenen Nixe. „Halt! Halt! Fass mich nicht an! Sonst wirst Du womöglich auch noch zu Eis!“, warnte Jeneva Wellenklar. „Das Eis kann mir nichts anhaben. Ich komme aus einem Land, wo die Sonne scheint. Meine Gabe ist es, Sonnenstrahlen zu speichern, und bei Bedarf an andere Lebewesen weiterzugeben.“, beruhigte Jasmin Blumental. „Ach ja, die liebe Sonne! Ich vermisse sie schon so sehr!“, klagte Jeneva und hielt sich die Hände vors gefrorene Gesicht. Aber was war das? Auf einmal war da ganz viel Wärme und der Fischschwanz löste sich aus dem Eis. Beständig hielt Jasmin Blumental ihre Hände über das Eis. Es schmolz unaufhörlich. Die Sonnenstrahlen kamen aus den Händen der Fee und die Wärme schien kein Ende zu nehmen. Irgendwann jedoch war Jasmin Blumental so erschöpft, dass sie sich ausruhen musste. Jeneva Wellenklar gab der erschöpften Fee etwas Wasser zum Trinken. Jetzt begann Jasmin ebenfalls zu weinen und sagte: „Ach Jeneva, ich würde dem Tausenblütenland so gerne helfen. Aber meine Kräfte sind erschöpft. Ich konnte lediglich den See etwas auftauen und Deinen Fischschwanz befreien, mehr nicht.“ Nun war es Jeneva, welche die Fee tröstete. Sie nahm sie in die Arme und sagte: „Aber weißt Du was? Wir haben etwas, dass kann uns keiner nehmen!“ Mit großen Augen sah Jasmin die Nixe an und fragte verwirrt: „Was denn, Jeneva?“ Wir haben uns, und unsere neugewonnene Freundschaft.“, erwiderte diese, und Jasmin nickte zustimmend.

Eisheim: Königin Snowindra von Eisheim saß mit kaltem, finsterem Blick auf ihrem Eisthron, als Hexe Eufemia Wunderstern mit ihrem Freund und Diener, dem Zwerg Moosus Wurzelbart, bei ihr ankam. „Was wollt Ihr, Königin aus dem Reich der tausend Hexen?“, fragte Snowindra und lachte garstig. „Gib das Tausenblütenland wieder frei! Es ist ein friedliches, schönes Land! Die Einwohner des Tausendblütenlandes haben die umliegenden Länder und Gebiete stets mit Früchten versorgt. Jetzt will ich dem Tausenblütenland helfen, dass es wieder in seine volle Kraft zurückkehren kann!“, antwortete Eufemia. „Ach, schönste aller Hexen, wollt Ihr Euch nicht mit mir verbünden? Oh, wir könnten so machtvoll werden, alle Länder ein für alle Mal unterwürfig machen, und in die schönsten Eislandschaften verwandeln!“ Die Hexe verzog das Gesicht und baute sich in ihrer vollen Größe vor dem Eisthron auf. Dann brüllte sie: „Habt Ihr es immer noch nicht kapiert?“, dann murmelte sie etwas und plötzlich erschien ein ganzes Heer von Feuer speienden Drachen.

Während nun die Drachen in Eisheim beschäftigt waren, flog Eufemia Wunderstern mit Moosus Wurzelbart zurück ins Tausendblütenland.

Auf dem Gipfel eines hohen Berges stieg sie vom Besen und packte aus einem Rucksack einige magische Utensilien aus. Zuerst zog sie einen Schutzkreis. Danach sagte sie folgenden Spruch und schwang dabei ihren Zauberstab:

„Blumen, Blumen,

Ihr sollt sprießen,

Und Du Eis,

sollst zerfließen!

Gebrochen

sind Fluch und Bann,

damit Tausendblütenland

in seine volle Kraft

zurückkehren kann!

Sonne, o Sonne,

schenke Dein Licht,

gib Schnee und Eis,

keine Chance nicht!

Hiermit ist dies Land

wieder frei,

die Zeit des Eisfluches

ein für alle Mal

vorbei!

So ist es

und so wird es immer sein,

Tausendblütenland

ist wieder rein!“

Während der magischen Amtshandlung der Hexe stand Moosus Wurzelbart, der Zwerg ruhig und konzentriert da. Zum Einen bewachte er alles ganz genau, und zum anderen hielt er den Fokus darauf, aus seinen Füßen Sonnenstrahlen in den gefrorenen Boden fließen zu lassen, um den Zauber zu unterstützen, und die Erde etwas zu wärmen und aufzuweichen.

Nachdem der Zauber verklungen war, erfüllte ein lautes Zischen die Luft. Die Sonne schien mit aller Kraft vom Himmel. Weitere Drachen erschienen und brachten mit ihren Flammen das Eis zum Schmelzen.

Der Königspalast wurde wieder zurück verwandelt, in ein, mit Blumen geschmücktes Schloss, so, wie es vor dem Eisfluch immer gewesen war.

Königin Willow Weidenblüte und König Eichäus von Eichenthal hatten ebenfalls ihre wahre Gestalt wieder. Prinzessin Crysanthemia Blütenfein sprang aus ihrem Bett, rannte zu ihren Eltern und fragte keuchend: „Wo ist meine kleine Schwester Daisy? Wir müssen sie finden!“ „Tja, wo mag sie wohl sein?“, fragte die Mutter, Königin Willow Weidenblüte. Der König nahm Mutter und Tochter in seine Arme und sprach beruhigend: „Es kommt sicher alles wieder in Ordnung, Ihr Lieben!“ Crysanthemia Blütenfein schluchzte aber weiter und sagte: „Ich erinnere mich, wie sie, kurz bevor unser Land verflucht worden ist, beim See, am Ufer gespielt hat.“ Willow wischte sich die Tränen weg und meinte: „Also, entweder ist Daisy vom Volk der Eisfeen entführt worden, oder sie ist in den See gefallen und verweilt im Unterwasserreich, bei den Nixen. Hab Geduld, mein Schatz.“

Die Sonne schickte ihre Wärme in den Palast. Die ersten Blumen trauten sich wieder aus der Erde, und die Bäume trieben aus. Die Drachen hatten das meiste Eis, mit ihren Feuern weggeschmolzen und waren davon geflogen.

Eisheim lag in Schutt und Asche. Prinzessin Daisy Wunderblüte war tatsächlich von der bösen Eiskönigin Snowindra und ihrem Gefolge entführt worden. Behutsam brachte sie einer der Drachen wieder zurück, ins Tausendblütenland, zu ihrer Familie.

Beim See lagen sich Jeneva Wellenklar und Jasmin Blumental in den Armen. Da war so ein Leuchten in ihren Augen. „Ich muss Dir was gestehen, Jasmin.“, sagte Jeneva. „Und das wäre?“, fragte Jasmin und lachte. „Weißt Du, … ich denke, dass mit uns ist mehr,…“, „Mehr als was?“, unterbrach Jasmin. „Das mit uns ist mehr als, … als Freundschaft. Du, ich kann mir nicht helfen, aber ich habe mich doch glatt in eine Fee verliebt!“ Jasmin lachte laut und drückte Jeneva fest an sich. Dann flüsterte sie der Nixe sanft ins Ohr: „Mir geht es genauso, ich habe mich in Dich, in eine Nixe verliebt!“

Ein riesengroßes Fest wurde im Land der tausend Blüten gefeiert, und alle aus den umliegenden Reichen waren dazu eingeladen worden. So kamen auch viele aus dem Land der Tausend Hexen, und aus Sonnenheim kamen die Eltern von Jasmin Blumental. Die Nixen und Fische aus dem See führten Tanzkunststücke im Wasser vor, und Jeneva sagte zu ihrer Mutter, Nixenkönigin Ajana: „Mutter, ich bin in die Fee Jasmin Blumental verliebt.“ Ajana Wellenklar seufzte: „Ich hoffe, Ihr Beiden werdet glücklich miteinander.“ Sie gab ihrer Tochter einen Zaubertrank, der es ermöglichte, dass sich Jenevas Fischschwanz an Land in Beine und Füße verwandeln konnte. Jeneva war froh, dass ihre Mutter nicht gegen die Beziehung war, und ihr mit dem Zaubertrank sogar ein Stück weit half, dass sie nicht nur im Wasser, sondern auch an Land leben konnte.

Zur selben Zeit sprach Jasmin Blumental mit ihren Eltern, erzählte ihnen, von ihrer neuen Liebe, zu einem anderen Mädchen, einer Nixe. Auch ihre Eltern unterstützten die Beziehung, indem sie Jasmin Blumental einen Trank verabreichten, der ihr Flossen wachsen ließ, sobald Jasmin ins Wasser ging.

Das ehemalige Reich Eisheim, wurde zwischen den beiden Reichen (Tausenblütenland und dem Land der tausend Hexen) brüderlich aufgeteilt. Jasmin blieb bei Jeneva im Tausendblütenland.

So leben sie alle glücklich und zufrieden.

20/21.03.2021

Von Jacqueline

Ich bin Jahrgang 1982, in Wien geboren und aufgewachsen. Seit Mai 2003 lebe ich in Klagenfurt am Wörthersee.
Ich bin verheiratet und wir haben 2 Katzen, die Lucky und die Franzi.
Mein größtes Hobby ist das Schreiben, Geschichten, Gedichte, Tagebuch. Was meine Gedichte/Geschichten betrifft, ist es mein Bestreben, diese Welt mit meinen Texten ein Stückchen heller zu machen.

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