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Das Kartenhaus

Seit seinen Anfällen am Sonntag ist, für den Moment, alles anders als vorher, auch, wenn ich gestern schrieb, dass langsam wieder so etwas wie Normalität einkehrt. Dennoch fühlt es sich so an, für mich zumindest, als wäre ein Kartenhaus eingestürzt. Jeder Tag bringt eine gewisse ungewissheit mit sich. Am Schlimmsten ist für mich die Zeit am Abend, wenn ich im Bett liege. Es wird mir dann ganz schwer ums Herz, mit der Frage: „Was wird morgen sein? Werden wir/wird er einen weiteren anfallfreien Tag haben? Bleiben die Anfälle so selten wie früher, oder suchen sie ihn nun öfter heim?“

Heute hatten wir eine kleine Odisee, aber dazu später, in einem Extra-Eintrag mehr. Jedenfalls waren wir zu allererst bei der Vertretung unserer Hausärztin. Haben die Situation geschildert. Ich habe noch hinzugefügt, dass es für mich ein Schock war, dass er gleich zwei Anfälle an einem Tag hatte. Die Arzthelferin meinte, sie kann das gut nachvollziehen, denn sie hat das auch erlebt, bei einem, ihr nahestehenden Menschen. Es hat etwas traumatisches. Ja, da hat sie mir aus der Seele gesprochen, denn als traumatisch empfinde ich die Erlebnisse vom Sonntag auch, auch wenn ich es bis zu diesem Zeitpunkt nicht so wirklich wahrhaben wollte. Dachte, es ist halt einfach nur der Schock. Aber es sitzt so tief, die Erinnerungen usw. Es fühlt sich gerade so an, als hätte ich etwas verloren. Diese gewisse Leichtigkeit ist nicht mehr da, schwierig zu beschreiben. Es ist eine ständige Angst, eine innere Unruhe da. Dazu diese Schwere, als hätte man fast ständig eine Steinblatte auf der Brust liegen. Dann könnte ich immer wieder heulen. Meistens lasse ich die Tränen aber nicht zu. Da ist in mir so eine Stimme, die sagt, jetzt heul nicht rum, ich muss ja stark sein, usw.

Aber auch ihn haben die Ereignisse vom Sonntag seelisch mitgenommen, meinte am Vormittag, er hat solche Angst vor diesen Anfällen. Er kriegt ja wie gesagt die Krämpfe bewusst mit, kann aber nicht sprechen währenddessen.

Diesen Eintrag hier habe ich in der Früh angefangen, und jetzt am Nachmittag weitergeschrieben, bringe ihn aber jetzt zum Ende, schreibe dann wie gesagt später nochmal, sonst ist das ganze zu lang und zu viel auf einmal.

Von Jacqueline

Ich bin Jahrgang 1982, in Wien geboren und aufgewachsen. Seit Mai 2003 lebe ich in Klagenfurt am Wörthersee.
Ich bin verheiratet und wir haben 3 Katzen, die Lucky, die Franzi und den Merlin.
Mein größtes Hobby ist das Schreiben, Geschichten, Gedichte, Tagebuch. Was meine Gedichte/Geschichten betrifft, ist es mein Bestreben, diese Welt mit meinen Texten ein Stückchen heller zu machen.

2 Antworten auf „Das Kartenhaus“

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