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Handgemachte Wesen und ihre Geschichten Kiki, das Elfenkind

Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 7

Da mich die Elfenohren beim Annähen heute Früh schon so zur Weißglut gebracht haben, weil sie sich beim annähen immer angelegt haben, habe ich beschlossen, beim Basteln eine Pause einzulegen, und die Zeit zum Weiterschreiben der Geschichte zu nutzen, bis sich meine Nerven wieder beruhigt haben. 😉

Also, hier jetzt schon Teil 7…

Was bisher geschah:

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6

Auf ihrem Rundflug durch den Wald, trifft Kiki eine andere, junge Elfe und beobachtet diese dabei, wie sie das morgendliche Wecken der Vögel und Insekten vornimmt.

„Hallo! Wer bist denn Du?“, fragt Kiki neugierig. Die andere Elfe lächelt Kiki an und erwidert: „Mein Name ist Mayara Morgentau. Der Rat der Elfen hat mich, als Deine Nachfolgerin bestimmt, weil Du ja bald nicht mehr da bist.“

„Mayara Morgentau! Herzlich willkommen! Und Dein Name ist so wunderschön, zum Dahinschmelzen, wie ein Tautropfen!“, meint Kiki und atmet die Morgenluft tief in sich ein.“ Mayara Morgentau, sichtlich gerührt, reicht Kiki die Hand und sagt: „Du darfst mich gerne begleiten.“

An der Waldlichtung sitzt das kleine Reh, mit welchem Kiki Freundschaft geschlossen hat. Dicke Tränen kullern aus den kleinen Rehaugen. „Wart mal, Mayara, ich muss mal zu dem kleinen Reh hin, ein Freund von mir. Es scheint traurig zu sein.“, sagt Kiki. Mayara nickt.

„Aber was ist denn mit Dir los? Warum weinst Du denn?“, fragt sie das junge Reh. „Ach Kiki, im Wald spricht es sich schnell herum, dass Du bald nicht mehr hier leben wirst. Ich würde so gerne mit Dir gehen.“

Sanft streichelt Kiki das Bambi und antwortet beruhigend: „Weißt Du was? Heute am Nachmittag ist eh wieder eine Unterredung mit meiner Mutter, an der auch Druide Jason teilnehmen wird. Ich werde mit meiner Mutter und Jason darüber reden, ob es eine Möglichkeit gibt, dass Du mich begleiten kannst.“

Nun fühlt sich das Bambi wieder getröstet und auch Mayara Morgentau ist hinzugetreten und streichelt das Rehlein zur Begrüßung und zum Trost. Das Reh schluchtzt noch etwas. Dann sagt es: „Kiki, ich denke, Mayara Morgentau ist eine würdige Nachfolgerin für Dich.“ Kiki erwidert lächelnd: „Na ja, vielleicht hatte da auch meine Mutter die Finger im Spiel, denn sie arbeitet ja im Ratshaus, für den Rat der Elfen als Tekresärin, … oder so ähnlich.“

An der Waldlichtung ist auch immer der Wildtierkindergarten, in welchem Kiki auch tagtäglich mitgearbeitet hat. Mayara fliegt weiter, während Kiki dort bleibt. Auch dort gibt es an diesem Morgen für Kiki eine Verabschiedung. Manche Tierkinder sind traurig, wie das Rehlein, manche freuen sich darüber, dass Kiki einen anderen Weg gefunden hat, ja, auch hier gibt es unterschiedliche Reaktionen. Die Tierkinder haben einen Tanz einstudiert, den sie zum Gesang und Klang der Vögel und Insekten aufführen.

Ja, es war ein rührender Abschied. Es wurde ein großes Abschiedsfest gefeiert.

Kurz nachdem das Fest zu Ende war, erklingt ein Glöckchen. Das ist Mutter Lariel, mit dem Glöckchenzauber.

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Handgemachte Wesen und ihre Geschichten Kiki, das Elfenkind

Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 6

Was bisher geschah:

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5

Im Morgengrauen klopft es plötzlich bei Jason an die Türe. Da er ohnehin schon wach war, öffnet er und wer steht vor der Tür? Elfenmutter Lariel.

„Du meine Güte, Lariel, wo warst Du? Ich habe Dir gestern Abend Dein schlafendes Töchterlein ins Haus gebracht, und Dich dabei nicht angetroffen.“

„Ich war bei meiner Freundin, der Waldfee Aurea Silvae (Licht des Waldes). Wir haben die ganze Nacht verquatscht.“

„Was hast Du auf dem Herzen, weil Du so früh, im Morgengrauen zu mir kommst?“, fragt Jason einfühlsam und führt Lariel hinein. Dann schließt er die Tür.

Sie seufzt tief. „Einerseits wollte ich Dich um noch ein Fläschchen Glöckchenzaubertrank bitten, und andererseits…“ „Der Glöckchenzaubertrank ist schon in Deinem Haus. Als ich Kiki nach Hause gebracht habe, dachte ich daran, dass ein weiteres Fläschchen notwendig sein könnte und nahm es mit.“, unterbrach Jason die aufgeregte Lariel.

„Andererseits wollte ich Dich fragen, ob Du mit meiner Tochter über ihre Pläne, in die Menschenwelt zu gehen/fliegen, gesprochen hast, oder war dies ein anderer Druide?“

Jason nickte. „Das war ich. Ich kann verstehen, dass diese Entscheidung, dieser Weg Deiner Tochter für Dich noch schwer zu verstehen ist, aber Du wirst gewiss Deinen Frieden damit finden. Außerdem ist Kiki ja nicht aus der Welt und kann Dich/uns immer wieder besuchen. Nur weil sie dann einen physischen Körper hat, heißt das nicht, dass sie in dieser „Hülle“ auf immer und ewig eingesperrt ist. Sie kann aus dem Körper hinaus, und wieder hinein schlüpfen.“, erklärt Jason.

„Eben, das stand für mich so im Widerspruch. Einerseits ist sie so ein Wirbelwind, und andererseits wünscht sie sich, die Erfahrung zu machen, wie es in einem physischen Körper ist.“, entgegnet Lariel.

„Anfangs, als ich ihr gesagt habe, dass sie in der Menschenwelt eine andere Form annehmen müsste, war Kiki ebenfalls skeptisch, hat wie Du gedacht, sie wäre da dann eingesperrt. Jedoch, nachdem ich ihr alles, so wie Dir jetzt, erklärt habe, sah Kiki ein, dass so eine Hülle ihr auch Schutz und Ruhe bieten würde. Gestern Abend hat sie mir konkret gesagt, wie sie sich ihren Körper in der Menschenwelt vorstellt. Kurz darauf ist sie vor Erschöpfung mitten im Wald eingeschlafen.“

„Oh je, und mein Haus war die ganze Nacht unbewacht?“, fragt Lariel erschrocken.

„Nein, nein, meine Liebe. Einer meiner Waldfreunde, ein großer Hirsch sorgt für Sicherheit.“, sagt Jason tröstend. „Aber hoffentlich erkennt der Hirsch mich als eigentliche Hausbesitzerin und greift mich nicht an.“ „Das wird nicht passieren. Außerdem werde ich ihm telepathisch mitteilen, dass Du auf dem Weg bist. Nur keine Sorge. Und heute komme ich zu Dir, und wir werden gemeinsam die Unterredung mit Kiki zu Ende bringen und letzte Details klären, denn ich habe schon eine Idee, wo Kiki in der Menschenwelt unterkommen könnte.“

Dankbar umarmt Lariel den Druiden Jason und verabschiedet sich. Zum Abschied sagt Jason noch: „Du wirst sehen, es wird alles gut.“

Zuhause angekommen, liegt Kiki noch immer schlafend in ihrem Lavendelblütenbettchen. Geschwind mischt Mutter Lariel wieder die 3 Zutaten in den Zaubertrank, das Stück Fingernagel, das Haar und den Blutstropfen. Dann stellt sie das Fläschchen wieder auf den Tisch und legt einen Zettel dazu, auf welchem steht: „Trink das, bevor Du wegfliegst. Hab Dich lieb, Deine Mami.“ Danach macht sich Lariel wieder auf, um in die Arbeit zu fliegen. Kiki ist wieder allein.

Kurz nach Abflug der Mutter erwacht Kiki und wundert sich, weil sie nicht mehr im Wald ist, sondern zu Hause. Bald entdeckt sie das Fläschchen mit dem Zaubertrank, schüttelt es etwas und trinkt. Danach fliegt auch Kiki hinaus, in den neuen Tag.

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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 5

Was bisher geschah:

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4

An diesem Abend hatte Kiki eigentlich vor, nicht im Elfenhaus, bei ihrer Mutter zu schlafen. Doch es kam anders. „Endlich ist es raus.“, denkt sich die kleine Elfe und schleicht durch den Wald, auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz.

„Hallo Kiki!“, ruft plötzlich eine Stimme. Dann steht Druide Jason vor ihr. „Na, wie gehts, meine Kleine? Brav bei Deiner Mutter gewesen? Habt Ihr Euch endlich ausgesprochen?“, will er wissen. Kiki lässt sich seufzend auf dem Waldboden nieder. „Ja, ich habe es ihr gesagt. Sie hat mich übrigens mit einem Glöckchen angelockt. Und das seltsame daran war, ich war schon ganz schön weit weg, von daheim, und habe das Glöckchen trotzdem gehört.“

Jason lacht verschmitzt. Dann meint er: „Du sollst wissen, ich habe etwas nachgeholfen, mit dem Glöckchenzauber. Deine Mutter hat es ja immer schwer, Dich einzufangen.“

Bevor Kiki etwas antworten kann, fragt Jason: „Und, wie hat Deine Mutter reagiert?“ „Na ja, geht so, sie muss es erst sacken lassen sozusagen. Es war etwas viel für sie, dass ich ausgerechnet in die Menschenwelt möchte. Aber weißt Du, Jason, hier bin ich so ruhelos. Jeden Tag der gleiche Trott. Morgens Vögel und Insekten wecken, untertags mit kleinen Waldtieren spielen, … das füllt mich nicht mehr aus. Ich brauche Abwechslung. Und zusätzlich sollte mir mein physischer Körper in der Menschenwelt Ruhe, Schutz und Ausgeglichenheit bieten, wenn ich darin verweile. Dafür will ich gerne meine Fröhlichkeit und Gelassenheit mit den Menschen, und der Natur, um mich herum teilen. Ich möchte gerne wissen, wie es so ist, einen physischen Körper zu haben, am liebsten einen, liebevoll von Hand gefertigten Puppenkörper, nicht zu groß, mit duftenden Lavendelblüten darin. Uaaaahhh, bin ich auf einmal müde! Ein Bett aus beruhigend duftenden Lavendelblüten wäre jetzt wirklich fein!“

Kiki spricht diese Sätze in einem Fort. Schließlich, nach Beendigung des letzten Satzes, lässt sie sich nach hinten, auf den Rücken fallen und schläft sofort ein.

„Tja, ich kann die Kleine jetzt aber nicht so allein, mitten auf dem kalten Waldboden liegen lassen“, sagt sich Jason halblaut und hebt die schlafende Kiki vorsichtig hoch, um sie auf seiner Hand in sein Haus zu tragen. Eine Feenfreundin, Namens Lavendula Ruhesanft hatte ihm neulich Lavendelblüten vorbei gebracht, mit den Worten: „Du wirst sie schon noch brauchen.“, und nun war es soweit. Er füllt Lavendelblüten in ein kleines Säckchen und legt es in ein Körbchen. Dann legt er die kleine Kiki hinein, sodass ihr Kopf genau auf dem Lavendelsäckchen zu liegen kommt. Schließlich geht Jason aus dem Haus, um Lariel ihre schlafende Tochter zu bringen. Vorsichtshalber nimmt er auch noch ein Fläschchen Glöckchenzaubertrank mit, sollte der alte morgen nicht mehr wirken.

Doch, als Jason mit der schlafenden Kiki beim Elfenhaus der Mutter ankommt, ist diese nicht zu Hause anzutreffen. „Wo ist sie nur?“, fragt sich der Druide und kratzt sich nachdenklich am Kopf, was er nun tun sollte. „Ach, ich lasse Kiki hier. Sie kommt morgen Früh sicher alleine zurecht.“, denkt sich Jason und verlässt leise das Elfenhaus. Ganz wohl ist ihm dabei nicht. Er lässt einen großen Hirsch rufen. Dieser sollte das Elfenhaus bewachen, böse Eindringlinge notfalls mit seinem Röhren verschrecken und dem Druiden bescheid geben, sobald Mutter Lariel wieder zu Hause angekommen ist. Immer wieder die quälende Frage: „Wo ist sie nur? Wo ist sie nur?!“ Der Druide findet diese Nacht keinen ruhigen Schlaf.

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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 4

Spät aber doch, hier und heute Teil 4, von Kiki’s Geschichte…

Was bisher geschah: Teil 1 Teil 2 Teil 3

„Also, Kiki, nun hast Du die Möglichkeit, mir frei heraus zu sagen, was Du wirklich möchtest. Ich entschuldige mich bei Dir, dass ich so oft überreagiert habe. Zwischendurch war ich zu fürsorglich und habe vergessen, dass ein Elfenkind schon von Geburt an, mit allen wichtigen Instinkten und Fähigkeiten ausgestattet ist.“

Kiki lächelt ihre Mutter an und kaut vorerst nur ruhig an der Hand voll Beeren, die sie sich eben in den Mund gesteckt hatte. Mutter Lariel lässt ihr die Zeit, die sie braucht. „Wir haben alle Zeit der Welt.“, denkt sie sich und kostet ebenfalls von den Beeren.

„Also, Mami, ich möchte…“, Kiki räuspert sich. „Ich möchte…“ „Nun sag schon!“, seufzt Lariel. „Ich möchte, … in die Menschenwelt.“, platzt es nun aus Kiki heraus.

Mit vielem hat die Elfenmutter gerechnet, aber damit nun wirklich nicht. Stille herrscht im Elfenhaus, um das eben gehörte sacken zu lassen.

„Was ist denn, Mami? Du wolltest wissen, was ich möchte, und ich habe es Dir gesagt.“, meint Kiki und sieht ihre Mutter mit einem unschuldigen Blick an. „Aber was willst Du denn in der Menschenwelt? Die Menschen, die meisten zumindest, halten uns Elfen, Feen und Naturgeister ja leider nur noch für Märchengestalten. Die sehen Dich ja nicht einmal, wenn Du vor ihrer Nase herumflatterst.“, meint Lariel und schlägt, nach Beendigung des letzten Satzes die Hände über dem Kopf zusammen.

Wieder ein Moment des Schweigens. Schließlich antwortet Kiki: „Es soll aber vereinzelt Menschen geben, die noch an uns glauben. Das hat mir ein Druide erzählt, den ich neulich im Wald getroffen habe. Der alte Mann meinte zu mir“: „Ach, Du liebes Elfenkind! So ein fröhliches Wesen wie Du bräuchte es in der Menschenwelt. Als Elfe der Gelassenheit könntest Du gute Dienste tun.“ „Der Druide hat gesagt, er würde mich unterstützen, damit ich zu einem Menschen komme, der an uns Elfen glaubt, hat aber auch gemeint, ich müsste einen Körper annehmen, in eine, … Wie meinte er? – In eine physische Hülle schlüpfen,, eben weil nicht alle Menschen uns Elfen sehen bzw. wahrnehmen können.“

Der Elfenmutter Lariel kam ein leiser Verdacht, um welchen Druiden es sich handeln könnte. Aber ihre Tochter Kiki meinte: „Können wir bitte morgen weiterreden? Ich kann schon nicht mehr sitzen.“ Und auch Lariel musste einsehen, dass es für heute genug war. So öffnete sie Türe und Fenster, und entließ ihre Tochter Kiki, für den Moment. Dabei hoffte sie, dass der Glöckchenzauber auch noch morgen wirken würde, denn Jason meinte, er würde nur wirken, bis sich Mutter und Tochter ausgesprochen hatten. Noch waren sie, aus Lariel‘s Sicht, aber noch nicht ganz mit der Unterredung fertig.

Weiter zu Teil 5…

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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 3

Was bisher geschah:

Teil 1

Teil 2

Der neue Morgen leuchtet klar und freundlich ins Elfenhaus. Elfenkind Kiki ist, wie immer schon früh unterwegs. Mit dem ersten Sonnenstrahl kitzelt sie die Insekten, Vögel und Schmetterlinge aus ihrem nächtlichen Schlaf. Während der Tag und die Natur so langsam erwacht, nimmt sie ihr Frühstück, bestehend aus Morgentau und Blütenstaub zu sich. Bienen bringen ihr hin und wieder auch etwas Honig vorbei.

Als die ersten Vögel ihre Lieder trällern, erwacht auch Elfenmutter Lariel. Voller Elan springt sie aus dem Bett und macht sich für die Arbeit fertig. Heute will sie es allen im Elfenrat zeigen und beweisen, dass sie eine gute Sekretärin ist!

An der Waldlichtung begegnet sie ihrer Tochter Kiki, die sich mit einem Bambi, einem kleinen Reh unterhält. „Schätzchen, Kiki, heute Nachmittag setzen wir uns zusammen und reden ein Bisschen miteinander.“, unterbricht Lariel das Reh und ihre Tochter in der Unterhaltung. „Ja, gut, Mami, dazu musst Du aber erstmal mit mir fangen spielen. Wenn Du es schaffst, mich zu fassen zu kriegen, können wir gern reden.“, erwidert Kiki, und kichert. Lariel selbst schmunzelt und sagt: „Das wird heute leicht, mein Kind, wirst schon sehen.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, fliegt sie weiter.

Kaum ist Lariel im großen Ratshaus angekommen, kommt ihr auch schon der oberste des Elfenrates entgegen. Sein Name ist Amarylläus, der Weise. Er sieht Lariel verwundert an und meint: „Oh, heute so gut gelaunt, Frau Sekretärin?“ Lariel nickt, ehe sie antwortet: „Es wird alles gut werden, da bin ich mir sicher. Und Sie können sich darauf verlassen, dass ich zukünftig wieder, nach bestem Wissen und Gewissen meine Arbeit tun werde.“ „Das klingt wunderbar, Fräulein Lariel. Ich bin gespannt.“

Lariel’s Arbeitstag ist gut verlaufen. Am Nachmittag packt sie ihre Sachen und macht sich auf dem Heimweg. Bei ihrer Freundin, der Elfe Beerina Früchtefroh holt sie für sich und ihre Tochter Kiki eine bunte Beerenmischung, um während der Unterredung etwas zum Naschen anbieten zu können.

„Endlich zu Hause! Jetzt werden wir gleich merken, ob der Glöckchenzauber wirkt.“, denkt sich Lariel, bindet sich das Glöckchen ums Handgelenk und bringt es durch eine Handbewegung zum Klingeln.

„Ein Glöckchen! Ein Glöckchen! Wie kann das sein? Die Zeit der Schneeglöckchen kommt ja erst wieder, und die Glockenblumen sind doch bereits verblüht.“, sagt sich Kiki, während Lariel weiter unermüdlich klingelt, damit ihre Tochter auch wirklich ins Elfenhaus herein kommt. Sobald das Elfenkind im Haus angelangt ist, schließt die Mutter Türen und Fenster.

„Was soll das, Mami! Du hast mich ausgetrickst!“, schimpft Kiki und schmollt. „Oh mein liebes Kind, wir müssen mal Klartext reden! Bitte bleib doch mal hier, damit ich herausfinden kann, was Du gerne möchtest und wie Du Dir Deine Zukunft vorstellst. Und schau mal, was ich hier habe.“ Auf dem Tisch steht eine Schüssel, mit den Beeren, welche Lariel von Beerina Früchtefroh geholt hatte.

Lariel hatte es geschafft. Der Glöckchenzauber hatte gewirkt und zusätzlich war Kiki von der bunten Beerenmischung so sehr begeistert, dass sie nicht anders konnte, als sich mit ihrer Mutter an den Tisch zu setzen. Lariel musste erst einmal erleichtert durchatmen, ehe sie die Unterredung mit ihrer Tochter begann.

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Puppen Sammelleidenschaft

Flohmarkt-Hoffnungen

Noch heute und morgen ist der Großflohmarkt in Klagenfurt/Viktring. Da wollen wir heute hin, schon allein deswegen, weil ich Hoffnung habe, das verschwundene Sonnenblumenkind, ein Exemplar der Anne Geddes-Puppe Sonnenblume zu bekommen. Solche, ich sage mal Künstlerpuppen sind nicht einfach so in Geschäften zu kriegen, umso schlimmer ist es, wenn einem so ein Stück, so ein Püppchen viel bedeutet, und dann kommt es weg. Helfende Hände beim Entrümpeln sind zwar gut, aber wenn man, so wie ich, anfang des Jahres, mal nicht gut aufpasst, was da weggeworfen wird, dann ist das doof. Glaube musste zwischendurch mal weg oder keine Ahnung, wieso ich da sozusagen den Überblick verloren habe.

Wenn ich die Sonnenblume dann wieder habe, dass kann ich schon sagen, werde ich sie hüten, wie einen Schatz, und überall hin mitnehmen. Mit etwa 20-25 Cm ist das Püppchen ja nicht so groß. Und eine Sonnenblume als Glücksbringer, inform dieser Puppe, was gibt es schöneres? Wo die Sonnenblume sinnbildlich für positive Ausrichtung steht, weil sie sich immer nach dem Licht, nach der Sonne ausrichtet.

Schon seit Wochen/Monaten habe ich diesem Flohmarkt entgegengefiebert und bin froh, dass er trotz Corona-Maßnahmen stattfinden kann. Zwar herrscht Maskenpflicht für alle Besucher und Standler, aber Hauptsache es ist mal was los. Das Wetter ist auch spätsommerlich schön, also, was will man mehr?

Allen anderen wünsche ich auch ein schönes, sonniges Wochenende. 🙂

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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 2

Teil 1 versäumt? Hier klicken.

Nach etwa 10 Minuten kommt Jason wieder aus seinem Labor. Lariel rutscht nervös auf ihrem Stuhl hin und her.

„Nun, Lariel, ich habe den Glöckchenzauber für Dich und Deine Tochter kreiert.“, meint Jason, und überreicht Lariel ein Fläschchen. „Gib Deiner Tochter, wenn sie das nächste Mal nach Hause kommt, dies hier zu trinken. Und für Dich ist dies hier.“ Jason überreicht Lariel ein kleines Glöckchen an einem seidenen Bändchen. Es ist so konstruiert, dass es sich die Elfenmutter wie ein Armband um das Handgelenk binden kann. Fragend schaut sie Jason an und er erklärt:

„Die Flüssigkeit ist ein Zaubertrank. Er wird Deiner Kiki gut schmecken. Der Zauber bewirkt, dass sie, egal, wo auch immer sie ist, das Glöckchen, welches Du bei Dir trägst, hören kann. Sie wird darauf aufmerksam und kehrt jedesmal, sobald Du das Glöckchen erklingen lässt, zu Dir zurück. Dieser Zauber wirkt aber nur so lange, bis Ihr Euch ausgesprochen habt, also bis Du heraus gefunden hast, was Deine Tochter wirklich möchte. Immerhin musst Du als Mutter loslassen lernen, und Kiki soll ihren ureigenen Weg gehen, äh fliegen dürfen, wohin auch immer dieser auch führen mag. Sobald klar ist, wohin Kikis Weg führt, sollst Du ihr das Glöckchen als Talisman mitgeben.“

Lariel seufzt und meint: „Aber muss ich zu diesem Zaubertrank nichts von mir beisteuern, … einen Blutstropfen, ein Haar, oder sonst etwas, damit der Zauber besser auf mich und meine Tochter abgestimmt ist?“ Jason läuft rot an und erwidert:

„Ach ja, gut, dass Du mich erinnerst. Du musst den Zaubertrank mit drei Zutaten ergänzen. Einem Blutstropfen, einem Haar und einem kleinen Stück Deines Fingernagels. Wenn alles im Fläschchen ist, schüttelst Du den Zaubertrank gut durch. Es wird sich alles auflösen. Kiki wird weder das Haar spüren, noch den Nagel mit hinunter schlucken, und Blut wird sie auch keines schmecken.“

Überschwänglich bedankt sich Lariel und fliegt nach Hause.

Tatsächlich, am selben Abend kommt Kiki nach Hause. Das erste, was klein Kiki sagt ist: „Mama, nur damit Du weißt, ich möchte auf gar keinen Fall in die magische Elfenschule!“ Mutter Lariel lächelt nur und meint: „Trink das, Schätzchen. Es wird Dir schmecken.“ Die Kleine gähnt und meint schließlich: „Ich bin zwar schon sehr müde, aber ein Schlummertrunk kann trotzdem nicht schaden.“

Natürlich hat Lariel schon längst den Zaubertrank mit ihren drei Zutaten, dem Haar, dem Blutstropfen und dem Stück Fingernagel ergänzt. Ihre Tochter merkt wirklich nichts davon, trinkt das Fläschchen gierig aus und legt sich in ihr Bett zum Schlafen. Sie meint nur noch:

„Morgen, wenn Du aufwachst, bin ich schon längst wieder weg, Mami.“

Normalerweise hätte Lariel schon wieder überreagiert und dagegen geredet, aber sie sagte nichts. Erstmal wollte sie sich Tagsdarauf nur ihrer Arbeit widmen, denn die Arbeit im Elfenrat ist ihr sehr wichtig. Die hohen Räte sollten wieder merken, dass Lariel eine fleißige Sekretärin ist. Und sie vertraut auf Jason’s Worte und auf seine Zauberkünste.

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Kiki und die Wandlung – die Geschichte einer kleinen Elfe Teil 1

Lariel, eine Elfe, mit braunen Haaren und grünen Augen, ist verzweifelt. Sie hat eine Tochter, namens Kiki.

Kiki ist ein wahres Energiebündel. Ständig fliegt das Elfenkind umher, und hat oft allerlei Unfug und Schabernack im Sinn.

Lariel ist ständig auf der Suche nach ihrer Tochter. Die Situation ist brenzlig. Einerseits kommt Kiki bald in die Elfenschule, „Magic Scool of Albia“, und andererseits droht man der Mutter, die einen Job im hohen Rat der Elfen hat, ihr diesen zu kündigen, wenn sie sich nicht bald wieder richtig auf ihre Arbeit konzentrieren könne, anstatt ständig hinter ihrem Töchterlein her zu sein.

Zu Kiki wäre da noch zu sagen, sie ist ein Mischwesen, aus Kobold und Elfe. Der Vater ist ein Kobold, und die Mutter eben Elfe Lariel. Auf den Vater ist kein Verlass. Macht Frauen anderer Wesen schöne Augen, nur um dann, sobald die „ach so Geliebte“ Fee, Elfe, oder wie auch immer, mit ihm im Grasbett war, sich wieder aus dem Staub zu machen.

Schließlich sucht Lariel Rat bei einem Druiden, namens Jason, erklärt ihm die Situation. Er legt ihr behutsam eine Hand auf die Schulter und sagt: „Einerseits kann ich Dich verstehen, kann nachvollziehen, dass Du Dein Kind unter Kontrolle haben willst. Aber andererseits, Lariel, Du musst loslassen! Vergiss nicht, ein Elfenkind ist mit allen wichtigen Instinkten schon von Geburt an ausgestattet..“

Lariel kann nicht mehr und beginnt zu weinen. Schluchzend antwortet sie: „Aber, … aber die Schule! Da muss sie ja auch den Lehrern gehorchen und kann nicht mal hier, mal dorthin fliegen. Wo soll denn das hinführen?!“

Jason seufzt. „Ja, das ist Dein Plan, der gut gemeinte Plan einer Mutter. Aber weißt Du denn, ob sie wirklich in diese Schule gehen will? Vielleicht muss und soll Kiki ganz andere Erfahrungen machen. Du solltest ihr mal aufmerksam zuhören, was sie denn möchte.“

„Aber wie soll ich denn, wenn sie ständig nur unterwegs ist? Wenn ich Glück habe, kommt sie wenigstens zum Schlafen heim, sobald sie müde ist. Ich habe also gar nicht die Chance, mit meiner Tochter ein ordentliches Gespräch zu führen.“

Jason überlegt kurz und erwidert:

„Hm, was mag sie denn gerne? Was zieht sie so sehr in den Bann, dass sie einfach nur still und aufmerksam ist?“

„Kiki liebt feinklingende Glöckchen. Im Frühling, wenn die Blumenelfen die Schneeglöckchen und Glockenblumen zum Klingeln bringen, ist sie immer ganz angetan davon.“

Jason nickt, lächelt Lariel zu und sagt: „Ich komm gleich. Muss nur kurz in mein Zaubereilabor.“

„Was hat er denn jetzt vor?“, fragt sich Lariel.

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Handgemachte Wesen und ihre Geschichten

Geschwisterliebe und Start der neuen Rubrik „Handgemachte Wesen und ihre Geschichten“

„Hallo! Wir sind Winona und Etu, zwei von Hand gemachte Puppenschwestern.

Zur Begrüßung und zum Start der neuen Rubrik möchten wir Euch zeigen, wie sehr wir uns lieb haben. ❤ Ich, Winona, bin ganz stolz, dass ich nun eine kleine Schwester, die Etu habe!“

„Tja, dass wars vorerst zum Start und wünschen Euch allen noch einen schönen Restsonntag.“ 🙂

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Blacky, Gedenken und Erinnerung an einen besonderen Kater das Kind in mir Intuition und Spiritualität Puppen

Ausführlich gebloggt ein Feinschliff steht an und ein Rollenspiel

Bei meinem Sonnenengelchen Etu steht heute endlich der Feinschliff sozusagen an. Auf die Flügel werden weiße Federn geklebt, auf jeden Flügel eine. Ja, ich habe unlängst mal in einem Geschäft, wo es diverse Bastelutensilien gab, eine ganze Packung Federn, in verschiedenen Farben gekauft. Davon kommen heute also die ersten zwei zum Einsatz. Gestern hat mir Philipp geholfen, zwei weiße heraus zu suchen.

In meinem Perlenfundus habe ich noch ein paar Blümchen gefunden, davon werde ich ihr eines, als Kopfschmuck anbringen, annähen.

Durch den ganzen schmerzhaften Ärztemaraton bin ich die letzten Tage gar nicht zu irgendwelchen kreativen Arbeiten gekommen. Einerseits wartet Zwerg Moosus darauf, in unsere physische Welt „gezaubert“, bzw. manifestiert zu werden, und andererseits habe ich unlängst ein rosa T-Shirt von mir gefunden, dass mir viel zu klein ist. Nein, das wird nicht weg geschmissen, im Gegenteil, zerschnitten und auch zum Basteln verwendet, für eine weitere Figur, ein weiteres Wesen, wo aber noch nicht feststeht, wer bzw. was es werden soll.

In diesem Blog Lebenstagebuch werde ich eine neue Rubrik/Kategorie aufmachen, mit der Bezeichnung: „Handgemachte Wesen und ihre Geschichten“. Da wird gewiss auch wieder Winona ihren Platz finden, mein allererstes Püppchen, was mir gut gelungen ist. Jedes meiner selbst gemachten Püppchen, bis jetzt sind es ja erst zwei, hat auch ein eigenes Plüschtier/Schutztier, oder auch Totem genannt. Beide Mädchen haben ja indianische Namen. Winona = „erstgeborene Tochter“, und Etu = „Sonne“, und somit ist es ganz klar und logisch, dass die beiden ihre eigenen Totems haben, da im Indianischen der Glaube an Krafttiere/Totems weit verbreitet ist. Welche Totemtiere die beiden besonderen Puppenkinder haben, wird in der neuen Rubrik, in der jeweiligen Geschichte, demnächst verraten.

Ich finde es schön, den Figuren durch meine Fantasie Leben zu geben. Und weil Etu so etwas besonderes ist, eine ganz besondere Bedeutung hat, machen wir heute ein kleines Fest, mit Taufzeremonie. Dazu ist ein kleines Rollenspiel notwendig. Philipp wird in die Rolle eines Druiden, bzw. bei den Indianern sind es die Schamanen und Medizinmänner, schlüpfen. Er wird räuchern und mit dem Rauch aus der Räucherschale etwas Wasser weihen, und damit dann dem Püppchen, dem Kind, im übertragenen Sinne, den Segen geben und somit wird sie offiziell auf den Namen Etu getauft. Auch wenn es auf spielerische Art ist, eben ein Rollenspiel, hat es doch einen besonderen, ernsten, und ja auch feierlichen Charakter. Und ich glaube, dass wir alle guten Geister auf unserer Seite haben. ❤

Habe lange überlegt, ob ich das mit der Taufzeremonie und dem Rollenspiel überhaupt hier schreiben soll, weil es ja doch etwas sehr außergewöhnliches ist, und ja, vielleicht finden das manche Leute auch kindisch oder wie auch immer. Aber wir machen diese Zeremonie auf spielerischem Weg auch zu Ehren vom Blacky, weil ein Teil von ihm, eben ein Büschel seiner Haare, in ihr, in Etu, im Körper eingearbeitet ist. Es hat alles seinen Sinn, auch wenn es dafür rational, für den Verstand keinen Sinn ergibt.