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das Kind in mir Intuition und Spiritualität Meditationsberichte und geistige Reisen

Vom Tal der unerfüllten Träume ins Traumlichtschloss – oder die magischen Beeren und die Traumwichtel

Es war ein anstrengender Tag gewesen. Um etwas positive Energie zu tanken, und den Tag positiv zu beenden, beschloss sie, im Geiste auf Reisen zu gehen. Als Hintergrund-Klangkulisse diente ihr eine Aufnahme mit Naturgeräuschen. In Gedanken sprach sie die Einladung aus, ihr Schutzengel möge sie auf ihrer geistigen Reise begleiten.

Sie fand sich auf einer Wiese, vor einer Brücke wieder, spürte die Energie ihres Schutzengels rechts hinter ihr, eine weibliche Energie. Er, bzw. sie heißt Nathalie.

„Was meinst Du, Natalie? Sollen wir über diese Brücke gehen? Was mag sich wohl dahinter verbergen?“, fragte sie. „Wage es, was soll schon passieren? Ich bin doch bei Dir!“, erwiderte Natalie voll Übermut und sprang neben ihr über die Brücke.

Auf der anderen Seite angelangt, war da ein wildes Tal. Überall waren Sträucher, auf denen viele, viele Beeren wuchsen. Ja, die Sträucher waren so voll und schwer, dass sie beinahe auf den Boden gedrückt wurden.

Eine Frau kam plötzlich hinter den Sträuchern hervor. Sie trug einen langen Rock und eine Schürze. Sie war von einer magischen Ausstrahlung umgeben. Eine Hexe, oder eine Fee. Zuerst war sie streng, fragte mit schriller Stimme: „Was macht Ihr hier?!“, als wären Lina und Natalie unerwünschte Eindringlinge.

Natalie ergriff das Wort: „Das wir hier sind, geht im Grunde genommen auf meine Kappe. Ich habe meinen Schützling ermutigt, über diese Brücke zu gehen. Sie war neugierig, wass sich dahinter verbirgt.“

Die Frau kam näher und machte große Augen. Dann antwortete sie: „Ach so, dass muss dann aber etwas zu bedeuten haben.“ Nachdenklich und still musterte sie die beiden Fremden.

Lina durchbrach die Stille und fragte: „Entschuldigen Sie, gnädige Frau, würden Sie mir und meinem Schutzengel bitte verraten, wo wir hier sind?“

Die Frau flüsterte halblaut: „Ihr seit hier, im Tal der unerfüllten Träume. Seht her, jede dieser Beeren ist ein Traum. Diese vielen Beeren stehen für alle Menschen, die zwar Träume haben, aber nicht wirklich an deren Wahrwerdung glauben. Pflück Dir einen Traum. Koste ihn aus. Koste das Gefühl aus, wie es wäre, wenn der Traum, Dein Wunsch Wirklichkeit wäre! Es wird Zeit, dass die Erwachsenen wieder werden, wie die Kinder, und an Magie im Leben, an ihre Träume und Wünsche glauben.“

Die Worte der Fee berührten lina tief. Sie drehte den Kopf zu Natalie. Diese lächelte nur still und nickte der Fee zu. Da wandte sich die Fee an Natalie und sagte: „Du bist ihr Schutzengel. Führe ihre Hand zu den Beeren, damit sie pflücken kann.“

Lina pflückte eine Beere, wollte diese gerade in den Mund stecken, da sagte die Fee: „Halt ein, bevor Du diese Beere isst, sei Dir bewusst, dies sind magische Beeren. Sie geben Dir die Energie, Deine Wünsche und Träume zu verwirklichen. Ja, Du kannst die magische Wirkung verstärken, wenn Du, während Du die Beere isst, an einen Wunsch denkst.“ „Danke, ich habe verstanden, gab Lina zurück und steckte die Beere andächtig in den Mund.

Auch Natalie kostete von den Beeren. „Haben denn Schutzengel auch Wünsche?“, wollte Lina wissen. Natalie überlegte kurz, denn in erster Linie war sie lediglich neugierig gewesen, wie diese Beeren wohl schmeckten. Und dann, während Natalie sich eine weitere Beere in den Mund steckte, gab sie zur Antwort: „Im Grunde genommen haben wir Schutzengel nur einen Wunsch, den Wunsch, dass Ihr Menschen mit uns zusammen arbeitet und uns Euer Vertrauen schenkt.“ Dieser Wunsch gefiel Lina, und die Fee erwiderte schmunzelnd an Natalie gewandt: „Na, Natalie, dann brauchst Du ja nicht mehr so viele Beeren essen, denn bei Dir erfüllt sich dieser Wunsch schon so langsam. Nicht wahr, Lina?“ Sie nickte zustimmend.

Nachdem sie genug Beeren gefuttert hatten, setzten sie sich auf die Wiese. Erst jetzt entdeckte Natalie das Sonnenblumenfeld ganz in der Nähe. Und die Fee sagte: „Genau das vergessen viele Menschen, die positive Ausrichtung, damit ihre Träume wahr werden können. Seht her, die Sonnenblumen sind ein gutes Vorbild. Sie richten sich auf das Licht der Sonne aus. Die Fee überreichte Lina eine Sonnenblume und sagte: „Schenke diese Sonnenblume weiter, schreibe über all das, was Du hier erlebt hast.“

Etwas weiter in der Ferne graste ein Einhorn. Ein Mädchen war bei ihm. Die Fee erklärte: „Das ist Prinzessin Luana und ihr Einhorn. Prinzessin Luana wohnt im Traumlichtschloss, ganz weit, hinter den Bergen.“. „Und was macht Luana hier?“, wollte Lina wissen. „Nun, genau weiß ich es auch nicht. Aber sie ist sehr lieb und ihr Einhorn ebenfalls. Oft gebe ich ihr ein paar Traumbeeren mit. Im Traumlichtschloss befindet sich nämlich die Träumewerkstatt, wo alle schönen Träume für die Menschen entstehen.“

Kaum war diese Unterredung beendet, hob sich das Einhorn, mit Prinzessin Luana auf dem Rücken in die Höhe. „Auf Wiedersehen, Calendia!“, erschallte Luana’s feine Stimme in der Luft. „Auf Wiedersehen, verehrte Prinzessin!“, rief die Fee zurück. Nun wussten sie also endlich den Namen der Fee.

Lina fasste einen Entschluss: „Ich möchte auch gerne zum Traumlichtschloss, und sehen, wo Prinzessin Luana wohnt.“, verkündete sie. „Das hab ich mir fast gedacht.“, meinte Natalie und lächelte verschmitzt. Die Fee Calendia jedoch machte ein ernstes Gesicht und sprach: „Tja, erstens kommt kein Mensch in das Traumlichtschloss, schon gar nicht, wenn er wach ist. Es birgt so viele Geheimnisse. Und zweitens, müsstest Du mit Nathalie schon dorthin fliegen, denn zwischen hier und dem Traumlichtschloss liegen hohe Berge, mit spitzen Felsen. In diesen Felsen wohnen die bösen Dunkelalben, die den Menschen des Nachts die sogenannten Albträume bringen. Also, überleg es Dir gut, Menschenkind!“

Aus irgendeinem Grund hatte Lina das Gefühl, dass sie mit Natalie unbedingt dorthin wollte, wenigstens vor das Schloss. Also nahm sich Lina eine weitere Traumbeere, und während sie diese aß, dachte sie: „Ich wünsche mir, dass jetzt, in diesem Moment mein Wunsch wahr wird, zum Traumlichtschloss fliegen zu können.“

Kaum hatte Lina die Beere zerkaut und geschluckt, war ein rauschen in der Luft zu hören. „Was ist das denn?“, fragte Calendia verwundert. Natalie lachte nur und meinte: „Können Sie es sich nicht denken, Fee Calendia?“. Als ein Drache vor ihnen auf der Wiese landete, begriff die Fee erst und sagte: „Oh, was für ein Prachtdrache! Mit ihm kan nichts passieren. Er wird geschickt über die spitzen Felswohnungen der Dunkelalben hinweggleiten.“ Vorsichtig bestiegen Lina und Natalie den Drachen und es ging los. „Auf Wiedersehen! Und denk an meine Worte!“, rief Calendia ihr nach. „Mach ich, danke!“, rief Lina aus der Luft zurück.

Der Drache flog so schnell, und binnen kürzester Zeit waren Lina und Natalie vor dem Traumlichtschloss gelandet, in einem wunderschönen Garten, mit einer großen Wiese und vielen Blumen. Sie bedankten sich beim Drachen. Dieser flog weiter seiner Wege.

Aber was war das? Auf der Wiese wuselten lauter kleine, flauschige Gestalten. Einerseits sahen sie aus, wie Zwerge, aber waren weiß und flauschig, wie Schäfchenwolken. Während die weißen kleinen in der Wiese herum walkten, spielten und, wohl auch kuschelten, gaben sie seltsame, hohe Laute von sich.

„Was ist das?“, fragte Lina. „Das sind Traumwichtel.“, erwiderte Natalie. „Traumwichtel?“, wiederholte Lina erstaunt. Natalie wollte gerade antworten, da trat einer der Wichtel aus der Menge heraus, zu Lina und Natalie.

„Seid gegrüßt, Ihr beiden. Du, Natalie, wirst es wissen, aber Deinem Schützling müssen wir wohl ersterklären, was Traumwichtel sind.“ Natalie nickte und sprach: „Genau, und ich übergebe Dir das Wort, Herr Obertraumwichtel.“ Er lachte und setzte sich zu Natalie und Lina in die Wiese.

„Nun, weißt Du, Lina, früher, in alten Zeiten, als die Menschen noch an Wunder und Magie glaubten, hatte jeder Mensch einen Traumwichtel. Wir Traumwichtel haben die Menschen dabei unterstützt, dass sie an sich und ihre Träume und Wünsche glauben. Doch dann kam die Zeit, wo alles, was mit Magie zu tun hat, in das Reich der Fantasie und ins Reich der Märchen verbannt wurde. Nicht nur den Elfen, Feen und anderen Naturgeistern ging das so, auch wir Traumwichtel waren davon betroffen. Aber wir Traumwichtel wollten eine Möglichkeit finden, den Menschen trotzdem immer wieder nahe zu sein. Kennst Du das, wenn Menschen verträumt den weißen Schäfchenwolken am Himmel nachsehen? Diese Schäfchenwolken sind wir, Lina, die Traumwichtel. Und wir würden so gerne wieder unter Euch Menschen leben. Gib dieses Wissen an andere Menschen auf der Erde weiter.“ Lina versprach es.

Langsam war es für Lina und Natalie Zeit geworden, nach Hause zurück zu kehren. Der Drache kam wieder und brachte beide wieder sicher zurück.

Kaum waren Natalie und Lina wieder über die Brücke geschritten, waren sie schon wieder wohlbehalten in der Menschenwelt angekommen.

28.04.2021

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Aus den Erinnerungen/rebloggt – Spass-Eintrag kleine Geschichte – der Wettergott und seine Hexen oder der schelmische Wetterkobold

So, nun doch noch kurz was, eine Erinnerung/ein Reblog vom letzten Jahr, sozusagen als Gute-Nacht-Geschichte. 😉

Ich nehme das derzeitige Wetter mit Humor und so entstand folgende, kleine Geschichte: Der Wettergott, seine Wetterhexen und der schelmische …

Spass-Eintrag kleine Geschichte – der Wettergott und seine Hexen oder der schelmische Wetterkobold

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Der Eisfluch und eine außergewöhnliche Liebe – eine Kurzgeschichte

Die nachfolgende Geschichte ist am Wochenende spontan und zum Spass entstanden. Ihr gingen diese 7 Begriffe voraus.

Der Eisfluch und eine außergewöhnliche Liebe

Im Tausendblütenland, wo normalerweise Blumen und Bäume sprießen, gab es momentan nur Eisblumen. Die Bäume waren starr und kahl.

Die böse Königin Snowindra von Eisheim hatte das friedliche Land vereinnahmt, und in eine eisige Welt verwandelt. Niemand hatte es bisher geschafft, das Reich Tausendblütenland, von dem Eiszauber zu befreien.

Im Königspalast waren alle zu Eisskulpturen verzaubert worden, Königin Willow Weidenblüte stand wie versteinert, neben ihrem Gemahl Eichäus von Eichenthal. Die ältere Prinzessin des Tausendblütenlandes, Crysanthemia Blütenfein, war in ihrem Bett zu Eis verwandelt worden. Jedoch, wo sich die Schwester, Daisy Wunderblüte aufhielt, wusste niemand. Man vermutete, Snowindra und ihr eisiges Gefolge, hätten sie entführt.

Der schöne See war zugefroren. Auf der Eisfläche saß traurig eine Nixe. Sie weinte bitterlich. Jedoch, jede Träne, die aus ihren Augen kam, erstarrte zu Eis.

Da trug es sich zu, dass eine Hexe auf ihrem Besen vorbeigeflogen kam. „Was ist denn hier passiert?“, fragte sie sich. „Das war bestimmt Snowindra und ihr gehässiges Eisfeenvolk!“, erwiderte ein Zwerg, der ebenfalls auf dem Hexenbesen saß. Die Hexe nickte heftig. „Da muss man was machen, damit dies schöne Land seine ursprüngliche Gestalt wieder erhält!“, rief die Hexe. „Da braucht Ihr aber einen starken Zauber, Herrin.“, antwortete hierrauf der Zwerg. „Also bitte, unterschätze mich nicht, mein Guter! Ich habe bei den besten Zauberern und Hexenmeistern gelernt und weiß, worauf es ankommt.“, sagte die Hexe und sah den Zwerg mit durchdringendem Blick an. Dieser räusperte sich und brachte nur ein verlegenes „Tschuldigung“ heraus. Die Hexe nickte dem Zwerg nur lächelnd zu und fasste einen Entschluss: „Wir werden nach Eisheim, zur bösen Eislady fliegen, und sie zur Rede stellen.“ Der Zwerg erschrak und fragte: „Und was ist, wenn, … wenn sie uneinsichtig ist?“ „Tja dann, blüht ihr was, und das wird ihr nicht gefallen!“ Der Zwerg hörte auf, zu fragen. Sie flogen weiter, in Richtung Eisheim.

Da kam eine Fee auf einem Einhorn zu dem gefrorenen See und sah die Nixe darauf weinend sitzen. „Hallo, wer bist Du? Und warum weinst Du?“, fragte die Fee. „Ich, … Ich …“, schluchzte die Nixe. „Ich heiße Jeneva Wellenklar. Ich bin hier auf dem Eis festgefroren und mein Fischschwanz steckt im Eis fest. Ich bin für immer und ewig eine Gefangene!“ „Mein Name ist Jasmin Blumental. Vielleicht kann ich Dir helfen, dass zumindest Dein Fischschwanz aus dem Eis befreit wird.“, erwiderte die Fee und näherte sich der festgefrorenen Nixe. „Halt! Halt! Fass mich nicht an! Sonst wirst Du womöglich auch noch zu Eis!“, warnte Jeneva Wellenklar. „Das Eis kann mir nichts anhaben. Ich komme aus einem Land, wo die Sonne scheint. Meine Gabe ist es, Sonnenstrahlen zu speichern, und bei Bedarf an andere Lebewesen weiterzugeben.“, beruhigte Jasmin Blumental. „Ach ja, die liebe Sonne! Ich vermisse sie schon so sehr!“, klagte Jeneva und hielt sich die Hände vors gefrorene Gesicht. Aber was war das? Auf einmal war da ganz viel Wärme und der Fischschwanz löste sich aus dem Eis. Beständig hielt Jasmin Blumental ihre Hände über das Eis. Es schmolz unaufhörlich. Die Sonnenstrahlen kamen aus den Händen der Fee und die Wärme schien kein Ende zu nehmen. Irgendwann jedoch war Jasmin Blumental so erschöpft, dass sie sich ausruhen musste. Jeneva Wellenklar gab der erschöpften Fee etwas Wasser zum Trinken. Jetzt begann Jasmin ebenfalls zu weinen und sagte: „Ach Jeneva, ich würde dem Tausenblütenland so gerne helfen. Aber meine Kräfte sind erschöpft. Ich konnte lediglich den See etwas auftauen und Deinen Fischschwanz befreien, mehr nicht.“ Nun war es Jeneva, welche die Fee tröstete. Sie nahm sie in die Arme und sagte: „Aber weißt Du was? Wir haben etwas, dass kann uns keiner nehmen!“ Mit großen Augen sah Jasmin die Nixe an und fragte verwirrt: „Was denn, Jeneva?“ Wir haben uns, und unsere neugewonnene Freundschaft.“, erwiderte diese, und Jasmin nickte zustimmend.

Eisheim: Königin Snowindra von Eisheim saß mit kaltem, finsterem Blick auf ihrem Eisthron, als Hexe Eufemia Wunderstern mit ihrem Freund und Diener, dem Zwerg Moosus Wurzelbart, bei ihr ankam. „Was wollt Ihr, Königin aus dem Reich der tausend Hexen?“, fragte Snowindra und lachte garstig. „Gib das Tausenblütenland wieder frei! Es ist ein friedliches, schönes Land! Die Einwohner des Tausendblütenlandes haben die umliegenden Länder und Gebiete stets mit Früchten versorgt. Jetzt will ich dem Tausenblütenland helfen, dass es wieder in seine volle Kraft zurückkehren kann!“, antwortete Eufemia. „Ach, schönste aller Hexen, wollt Ihr Euch nicht mit mir verbünden? Oh, wir könnten so machtvoll werden, alle Länder ein für alle Mal unterwürfig machen, und in die schönsten Eislandschaften verwandeln!“ Die Hexe verzog das Gesicht und baute sich in ihrer vollen Größe vor dem Eisthron auf. Dann brüllte sie: „Habt Ihr es immer noch nicht kapiert?“, dann murmelte sie etwas und plötzlich erschien ein ganzes Heer von Feuer speienden Drachen.

Während nun die Drachen in Eisheim beschäftigt waren, flog Eufemia Wunderstern mit Moosus Wurzelbart zurück ins Tausendblütenland.

Auf dem Gipfel eines hohen Berges stieg sie vom Besen und packte aus einem Rucksack einige magische Utensilien aus. Zuerst zog sie einen Schutzkreis. Danach sagte sie folgenden Spruch und schwang dabei ihren Zauberstab:

„Blumen, Blumen,

Ihr sollt sprießen,

Und Du Eis,

sollst zerfließen!

Gebrochen

sind Fluch und Bann,

damit Tausendblütenland

in seine volle Kraft

zurückkehren kann!

Sonne, o Sonne,

schenke Dein Licht,

gib Schnee und Eis,

keine Chance nicht!

Hiermit ist dies Land

wieder frei,

die Zeit des Eisfluches

ein für alle Mal

vorbei!

So ist es

und so wird es immer sein,

Tausendblütenland

ist wieder rein!“

Während der magischen Amtshandlung der Hexe stand Moosus Wurzelbart, der Zwerg ruhig und konzentriert da. Zum Einen bewachte er alles ganz genau, und zum anderen hielt er den Fokus darauf, aus seinen Füßen Sonnenstrahlen in den gefrorenen Boden fließen zu lassen, um den Zauber zu unterstützen, und die Erde etwas zu wärmen und aufzuweichen.

Nachdem der Zauber verklungen war, erfüllte ein lautes Zischen die Luft. Die Sonne schien mit aller Kraft vom Himmel. Weitere Drachen erschienen und brachten mit ihren Flammen das Eis zum Schmelzen.

Der Königspalast wurde wieder zurück verwandelt, in ein, mit Blumen geschmücktes Schloss, so, wie es vor dem Eisfluch immer gewesen war.

Königin Willow Weidenblüte und König Eichäus von Eichenthal hatten ebenfalls ihre wahre Gestalt wieder. Prinzessin Crysanthemia Blütenfein sprang aus ihrem Bett, rannte zu ihren Eltern und fragte keuchend: „Wo ist meine kleine Schwester Daisy? Wir müssen sie finden!“ „Tja, wo mag sie wohl sein?“, fragte die Mutter, Königin Willow Weidenblüte. Der König nahm Mutter und Tochter in seine Arme und sprach beruhigend: „Es kommt sicher alles wieder in Ordnung, Ihr Lieben!“ Crysanthemia Blütenfein schluchzte aber weiter und sagte: „Ich erinnere mich, wie sie, kurz bevor unser Land verflucht worden ist, beim See, am Ufer gespielt hat.“ Willow wischte sich die Tränen weg und meinte: „Also, entweder ist Daisy vom Volk der Eisfeen entführt worden, oder sie ist in den See gefallen und verweilt im Unterwasserreich, bei den Nixen. Hab Geduld, mein Schatz.“

Die Sonne schickte ihre Wärme in den Palast. Die ersten Blumen trauten sich wieder aus der Erde, und die Bäume trieben aus. Die Drachen hatten das meiste Eis, mit ihren Feuern weggeschmolzen und waren davon geflogen.

Eisheim lag in Schutt und Asche. Prinzessin Daisy Wunderblüte war tatsächlich von der bösen Eiskönigin Snowindra und ihrem Gefolge entführt worden. Behutsam brachte sie einer der Drachen wieder zurück, ins Tausendblütenland, zu ihrer Familie.

Beim See lagen sich Jeneva Wellenklar und Jasmin Blumental in den Armen. Da war so ein Leuchten in ihren Augen. „Ich muss Dir was gestehen, Jasmin.“, sagte Jeneva. „Und das wäre?“, fragte Jasmin und lachte. „Weißt Du, … ich denke, dass mit uns ist mehr,…“, „Mehr als was?“, unterbrach Jasmin. „Das mit uns ist mehr als, … als Freundschaft. Du, ich kann mir nicht helfen, aber ich habe mich doch glatt in eine Fee verliebt!“ Jasmin lachte laut und drückte Jeneva fest an sich. Dann flüsterte sie der Nixe sanft ins Ohr: „Mir geht es genauso, ich habe mich in Dich, in eine Nixe verliebt!“

Ein riesengroßes Fest wurde im Land der tausend Blüten gefeiert, und alle aus den umliegenden Reichen waren dazu eingeladen worden. So kamen auch viele aus dem Land der Tausend Hexen, und aus Sonnenheim kamen die Eltern von Jasmin Blumental. Die Nixen und Fische aus dem See führten Tanzkunststücke im Wasser vor, und Jeneva sagte zu ihrer Mutter, Nixenkönigin Ajana: „Mutter, ich bin in die Fee Jasmin Blumental verliebt.“ Ajana Wellenklar seufzte: „Ich hoffe, Ihr Beiden werdet glücklich miteinander.“ Sie gab ihrer Tochter einen Zaubertrank, der es ermöglichte, dass sich Jenevas Fischschwanz an Land in Beine und Füße verwandeln konnte. Jeneva war froh, dass ihre Mutter nicht gegen die Beziehung war, und ihr mit dem Zaubertrank sogar ein Stück weit half, dass sie nicht nur im Wasser, sondern auch an Land leben konnte.

Zur selben Zeit sprach Jasmin Blumental mit ihren Eltern, erzählte ihnen, von ihrer neuen Liebe, zu einem anderen Mädchen, einer Nixe. Auch ihre Eltern unterstützten die Beziehung, indem sie Jasmin Blumental einen Trank verabreichten, der ihr Flossen wachsen ließ, sobald Jasmin ins Wasser ging.

Das ehemalige Reich Eisheim, wurde zwischen den beiden Reichen (Tausenblütenland und dem Land der tausend Hexen) brüderlich aufgeteilt. Jasmin blieb bei Jeneva im Tausendblütenland.

So leben sie alle glücklich und zufrieden.

20/21.03.2021

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Der große Wunsch der kleinen Prinzessin Delfin

Hier wie versprochen, nachfolgend die Geschichte:

Der große Wunsch der kleinen Prinzessin Delfin

Es begann alles mit einem Bad in der Badewanne. Selina stellte sich vor, im Meer zu sein und die Delfine und ihre Leichtigkeit zu spüren. Augenblicklich befand sie sich an einem Strand, mit den Füßen immer mehr ins seichte Wasser gleitend. Ein Meereseinhorn kam auf Selina zu und sagte: „Hallo! Steig bitte auf, ich soll Dich zu Prinzessin Delfin ins Korallenschloss bringen, sie braucht Deine Hilfe.“ Selina wunderte sich. In den letzten 2 Tagen fühlte sie sich immer wieder beobachtet, und irgendetwas mit Delfin schwirrte ihr im Kopf herum. Ohne zu zögern stieg Selina auf den Rücken des Meereinhorns, dass sowohl schwimmen, aber auch wie ein Pegasus fliegen konnte. Die Flügel dienten dem Einhorn auch als Segel im Wasser. „Dann hat mich diese Prinzessin Delfin wohl beobachtet.“ Dachte Selina, während sie auf dem Rücken des Einhorns durch das glasklare Meerwasser schwebte. Das Meereseinhorn hatte wohl den Gedanken von Selina gehört und antwortete: „Ja, dass hat sie wohl. Sie hat gespürt, dass Du Kontakte zur Elfen- und Feenwelt hast.“ Selina erschrak und meinte: „Oh, Du hast meinen Gedanken gehört. Ich hab mir das eigentlich nur für mich gedacht.“ „Tut mir leid, dass ich den Gedanken eingefangen und gehört habe. Wenn Du nicht willst, dass ich Deine Gedanken höre, dann tue ich es auch nicht.“ „Schon gut.“ meinte Selina und räusperte sich.

Kurze Zeit später kamen Selina und das Einhorn bei einem Korallenriff an, und das Einhorn sagte: „So, selina, hier darfst Du absteigen. Siehst Du das Korallenriff? Es ist das Schloss von Meereskönigin Algria und ihrer Tochter Prinzessin Delfin. Du wirst bereits erwartet. Der rote Algenteppich wird Dich zum Eingang des Schlosses führen.“ Selina stieg ab und verabschiedete sich. Ehrfürchtig und mit erhobenem Haupt schritt sie über den roten Teppich und entdeckte den Eingang. Eine kleine Nixe kam auf Selina zu, reichte ihr die Hand und sagte: „Hallo und herzlich willkommen Selina! Ich bin Prinzessin Delfin und danke Dir, dass Du meinetwegen gekommen bist.“ Mit Selina an der Hand schwamm Prinzessin Delfin in eine Grotte im Eingangsbereich des Schlosses. Selina antwortete: „Bitte, keine Ursache. Was kann/darf ich für Dich tun?“ „Warte, bis wir beim großen Stein und der Quelle in der Grotte angekommen sind, dort will ich Dir alles erzählen.“ Erwiderte Prinzessin Delfin. Dann fügte sie noch hinzu: „Es hängt mit einem großen, ja mit meinem größten Wunsch überhaupt, zusammen!“

Endlich waren sie beim Lieblingsplatz von Prinzessin Delfin angekommen. Es handelt sich dabei um einen großen Stein, aus dem eine warme Quelle, wie ein kleiner Wasserfall sprudelt, und das mitten im Meer, im Korallenschloss! Weil Prinzessin Delfin sich so gerne in dieser Grotte befand, wurde die Grotte „Prinzessin-Delfin-Grotte“ genannt. Auch Selina fand Gefallen an der Grotte und dem besonderen Plätzchen. Die Beiden Mädchen setzten sich. Bevor Prinzessin Delfin etwas sagen konnte, sprach Selina: „Schön ist es hier! Und nun sag mir, welchen Wunsch Du hast und ich will versuchen, ihn Dir zu erfüllen.“ „Schön, dass Du Dich hier auch wohl fühlst.“ Sagte Prinzessin Delfin, räusperte sich und sprach weiter: „Nun ja, da ist folgendes Problem: Ich bin ein Mischwesen aus Nixe und Elfe. Ich möchte so gerne sowohl im Wasser, als auch an Land leben können, damit ich beide Wesensarten, also sowohl Nixe als auch Elfe ausleben kann. Ich habe Sehnsucht nach dem Leben an Land, nach der Sonne, den Bäumen, Blumen und Vögeln. Ich möchte nicht nur Nixenfreundinnen, sondern auch Elfenfreundinnen haben. Aber meine Mutter, die ehrwürdige Meereskönigin, Nixe Algria lässt mich nicht an Land. Sie sagt immer“: „Dort hast Du niemanden, keine Freunde und Verwandte, niemanden! Und wer soll sich dann um Dich kümmern?“ „Ja, sie hat schon Recht, es ist alles nicht so einfach, aber ich werde immer unglücklicher in der Unterwasserwelt. Das arbeiten für das Wohl des Meeres, die Nixenschule, und so weiter füllt mich nicht mehr aus. Ich spüre, dass ich auch an Land gebraucht werde, und dass mein elfisches Ich zu kurz kommt. Dieser Umstand macht mich unglücklich. Nur die Delfine schaffen es kurzzeitig mich aufzumuntern, aber diese fröhlichen, leichten Momente sind nur kurz. Hilf mir, was soll ich tun?“ Selina musste fast über den Ausdruck „elfisches Ich“ lachen, aber aus Respekt vor der traurigen Prinzessin hielt sie das Lachen gekonnt zurück und sagte nachdenklich: „Moment mal, liebe Delfin, ich verstehe nicht ganz. Wie soll das gehen, dass Du sowohl Nixe als auch Elfe bist?“ Prinzessin Delfin antwortete seufzend: „Ganz einfach, mein Vater ist ein Elf. Ich bin durch ein Experiment der Universität „College of Albia“ entstanden, wo man ausprobiert hat, eine Nixe und einen Elf zu verpaaren und ein Kind zu zeugen. An Land sehe ich aus wie eine Elfe, hab Füße so wie Du und Flügel, im Wasser verschwinden die Flügel, und die Füße werden zum Fischschwanz.“ Selina blieb vor staunen der Mund offen stehen. „Oh, jetzt verstehe ich! Hat Deine Mutter da freiwillig mitgemacht? Und wo ist Dein Vater?“ „Meine Mutter hat freiwillig mitgemacht ja, aber im Nach hinein hat sie es bereut, sich auf das Experiment eingelassen zu haben. Das war ab dem Zeitpunkt, wo ich immer zurückgezogener, trauriger und unglücklicher wurde und immer öfter das Bedürfnis verspürte, auch an Land zu leben, um mein Dasein als Elfe ausleben zu können. Jedes Mal, wenn ich sie bitte, mich an Land gehen zu lassen, kommt immer die selbe Floskel als Antwort“: „Ach Delfin, Schätzchen, Du weißt doch, dass es nicht geht! Es kommt vielleicht irgendwann die Zeit, wo Du an Land darfst, aber momentan geht es nicht.“ „Und über meinen Vater weiß ich nichts.“ Selina hatte Prinzessin Delfin aufmerksam zugehört und ließ nachdenklich und traurig den Kopf hängen. Prinzessin Delfin sah Selina an und fügte hinzu: „Oh, entschuldige, wenn ich Dich mit meiner Traurigkeit angesteckt habe. Oder kannst Du mir doch nicht helfen?“ Ein Schatten, ein angstvoller Blick huschte über das Gesicht der kleinen Nixe. „Doch, liebe Delfin, ich glaube, ich kann Dir helfen, zumindest kenne ich jemanden, der Dir helfen kann. Es ist eine Feenkönigin, sie ist die oberste der Waldfeen und Waldgeister. Rufe bitte das Einhorn, ich will sofort wieder an Land um Dir zu helfen.“ Aufgeregt planschte Selina im Wasser. Kurze Zeit später waren sie wieder beim Eingang des Schlosses am roten Teppich, und da wartete bereits das Meereseinhorn, dass Selina wieder zurück an den Strand bringen sollte. Selina stieg rasch auf seinen Rücken, gab Prinzessin Delfin zum Abschied die Hand und sagte: „Bis dann, meine Liebe, Du kannst Dich auf mich verlassen.“ „Wir müssen uns beeilen, liebes Einhorn, ich habe eine wichtige Mission zu erfüllen!“ sagte Selina hastig und aufgeregt. „Ja, ja, nur ganz ruhig Selina. Sicherheit geht vor.“ Sagte das Einhorn ruhig. Am Strand bedankte sie sich beim Einhorn, verabschiedete sich, und wünschte, wieder in der Menschenwelt zu sein.

Selina war nun wieder in der Badewanne, zog den Stöpsel heraus und ließ das Wasser ablaufen. Sie stieg heraus, trocknete sich ab und zog sich an. Dann ging’s ab in die Feenwelt zur Königin der Waldfeen, namens Aurea Silvae (Licht des Waldes). Selina konnte es kaum erwarten, dort anzukommen. Da stand sie endlich im Wald beim großen Baumhaus, indem die weise Waldfee Aurea Silvae wohnt. Sie klopfte an die Türe und Avery, die Tochter der Waldfee öffnete. „Hallo Selina! Schön, dass Du wiedermal hier bist!“ „Hi Avery. Ja, freut mich auch. Heute bin ich in wichtiger Mission unterwegs.“ Avery hielt ein Feenbaby, ihre kleine Tochter Sunshine-Flower am Arm und bat Selina ins Haus zu kommen. „Ist Aurea Silvae auch da? Ich muss sie dringend sprechen.“ „Mama! Besuch für Dich!“ rief Avery. Eine Tür öffnete sich, Aurea Silvae trat in die große Stube ein und sah Selina dort sitzen. „Oh hallo Liebes! Schön, Dich wieder einmal zu sehen! Was führt Dich zu mir?“ „Hallo, liebe Aurea!“ Selina stand auf und umarmte die liebe alte Waldfee zum Gruß. Dann setzten sich alle und Selina sagte: „Tja, liebe Aurea, ich bin in einer besonderen Mission unterwegs, und hoffe, Du kannst helfen und hast einen Rat. Es geht um Prinzessin Delfin.“ „Prinzessin Delfin? Das arme Mädchen, dass sowohl Nixe als auch Elfe ist, und in der Wasserwelt quasi gefangen ist, weil es von der Mutter nicht an Land gelassen wird?“ Fragte Aurea Silvae nach. Verdutzt antwortete Selina: „Ja, genau, um die gehts. Sie ist sehr unglücklich. Wir müssen ihr helfen. Wenn Du schon davon weißt, warum hat noch niemand etwas unternommen?“ „Weil ich auf einen Hilferuf, um die Bitte um Hilfe gewartet habe. Ich kann nicht einfach hergehen und handeln, sondern muss warten, bis aktiv um Hilfe gebeten wird, und dies ist hiermit durch Dich passiert. Komm Selina, lass uns zum Meer und ins Meer zum Korallenschloss. Ich will bei Königin Algria für Prinzessin Delfin intervenieren. Delfins Elfenname ist Amilia, und um die Kleine braucht sich die Mutter keine Sorgen machen, wenn sie als Elfe an Land lebt.“ „Okay, aber Du als Waldfee im Meer?“ Fragte Selina und musste lachen. Aurea Silvae musste ebenso schmunzeln und dann sagte sie: „Tja, wenn’s drauf ankommt, und in dringenden Fällen kann ich auch die Gestalt einer Nixe annehmen.“

Schleunigst machten sich Selina und Aurea Silvae auf den Weg. Die gute weise Waldfee hatte ihrer Tochter Avery noch aufgetragen, auf Haus und Wald aufzupassen. Aber was war das? Das Einhorn, dass da stand, kam Selina so bekannt vor. „Du Aurea, kann es sein, dass dieses Einhorn auch ein Meereseinhorn ist?“ „Ja, dies ist Rubyna Regenbogen. Das Einhorn kann sowohl an Land, als auch im Wasser leben und wurde der kleinen Nixenelfe zur Geburt, als Schutz- und Reittier geschenkt.“ Selina brachte nur ein erstauntes „Wow!“ heraus. Sie stiegen auf und Rubyna flog los. Blitzeschnelle kamen sie beim Meer an und das Einhorn glitt mit der Fee und Selina am Rücken schwebend durchs Wasser, bis zum Korallenschloss. Als sie beim Eingang des Schlosses angelangt waren, rief Selina nach Prinzessin Delfin, die dann auch kam. Prinzessin Delfin und Aurea Silvae stellten sich einander vor und dann sagte Aurea Silvae: „Bring mich zu Deiner Mutter. Ich hab gehört, dass Du so unglücklich bist und ich möchte Dir helfen. So kleine Mädchen wie Du müssen leben, frei sein und spielen können, und vor allem müssen sie glücklich sein.“ Einhorn Rubyna wartete beim Eingang, während Prinzessin Delfin, Aurea Silvae und Selina die Meereskönigin aufsuchten. Prinzessin Delfin schwamm immer vorne weg und wies den anderen Beiden den Weg, bis sie zum Thronsaal kamen, wo Prinzessin Delfin zaghaft an die Türe klopfte. Die Tür wurde geöffnet und eine Nixe streckte den Kopf heraus. „Wer da? Ach Sie sind es, Prinzessin. Sie wollen wohl zu Ihrer Mama oder?“ „Ja bitte, und ich hab noch jemanden mitgebracht.“ Erst jetzt sah die Dienerin das Mädchen und die in eine Nixe verwandelte Waldfee. „Ich werde sofort melden, dass Besuch da ist.“ Sagte die Dienerin und verschwand kurz. Nach wenigen Augenblicken kam sie mit der Königin wieder zurück und Aurea Silvae trat vor, um mit Königin Algria zu sprechen. „Oh, eine Waldfee als Nixe, dass ist ja mal ein lustiger Anblick!“ Die Königin musste lachen. „Was führt Sie zu mir?“ fragte sie schließlich ruhig und in gewohnter Förmlichkeit. Aurea Silvae machte einen Knicks und sagte: „Ehrwürdige Königin! Es geht um ein sehr ernstes Thema. Bekommt Ihr als Mutter denn nicht mit, wie Euer Kind immer trauriger und unglücklicher wird? Warum lasst Ihr sie denn nie an Land? Das Unwohlsein Ihrer Tochter, der ehrwürdigen Prinzessin Delfin, und Elfe Amilia ist schädlich, so kann sie nichts zum Wohle der Natur beitragen. Das ist Ihnen doch klar oder?“ „Ja, natürlich. Ich lasse sie aber nicht an Land, weil, wo soll sie denn hin?“ „Sie haben wohl leider kein Vertrauen zu Ihrer Tochter, das ist das Problem, sonst wüssten sie, dass Delfin-Amilia einfach ihren Instinkten folgen würde. Fix ist, ehrwürdige Königin, dass es nicht so weitergehen kann, und ich werde das Kind wenn es an Land lebt, unter meine Fittiche nehmen, sie können sich auf mich verlassen.“ „Ich danke Ihnen, liebe Aurea Silvae, unter diesen Umständen will ich gern nachgeben und das Kind frei lassen. Ab jetzt darfst Du sowohl im Wasser, als auch an Land leben. Im Wasser als Nixe bist Du Delfin-Amilia, und als Elfe Amilia-Delfin.“ „Juhu!“ Riefen Selina und Delfin-Amilia im Chor und fielen sich in die Arme. „Mission geglückt, Selina!“ Sagte Aurea Silvae und umarmte beide Mädchen. „Ich bin jetzt auch ganz erleichtert!“ Meinte Meereskönigin Algria. Nachdem Delfin-Amilia ein paar ihrer Sachen gepackt hatte, ging es mit Einhorn Rubyna, Selina und Aurea Silvae ab an Land. Bei der Verabschiedung drückte die Königin ihre Tochter ganz fest an sich. „Ich komm ja wieder, Mama!“ „Ja, mein Kind, ich bin so froh, dass Du nun frei und erfüllt leben kannst!“ Das waren die Abschiedsworte zwischen Mutter und Tochter, ehe sie die Unterwasserwelt verließen.

„Willkommen in Deinem neuen Zuhause, liebe Amilia-Delfin!“ Sagte Aurea Silvae, als sie in ihrem gemütlichen Baumhaus im Wald ankamen. Es wurde ein Zimmer für Amilia eingerichtet, und alle waren glücklich. Eine Zeit lang saßen alle noch in Aurea Silvae’s Haus zusammen, und Amilia-Delfin nutzte ihre neugewonnene Freiheit, ging hinaus in den Wald, lief herum, spielte, und nahm ein Bad im nahegelegenen Waldsee, wo sie sich kurzzeitig wieder in eine Nixe verwandelte. Die Waldseenixen (kurz und liebevoll „Wanies“ genannt), freuten sich sehr über den Neuankömmling und sagten: „Wir haben nichts dagegen, wenn Du uns immer wieder besuchst!“ Schließlich wurde die Kleine aber doch müde, verabschiedete sich von den „Wanies“, trocknete sich mit Waldgräsern ab und verschwand im Haus von Aurea Silvae.

Es war spät geworden. Selina verabschiedete sich von allen und versprach, immer wieder mal vorbei zuschauen, wie es Amilia-Delfin geht. Als sie wieder in der Menschenwelt ankam, fiel sie müde ins Bett und schlief sofort ein.

21.05.2014

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Engel Gedicht-Gedanken

Geschichte in Gedichtform – der kleine Nachtengel

Es war einmal ein Engel,

von dem sagen manche,

er wär ein Bengel.

Er ist nur wach bei Nacht,

wo er allerhand Unfug macht,

wie zum Beispiel

eine Wolken-Kissenschlacht.

Eines Nachts,

wird’s dem Engel zu dumm,

er verlässt den Himmel stumm,

fliegt auf die Erde hernieder,

aus einem Fenster

klingen Kinderlieder.

Zu Ende ist nun

wieder ein Tag,

wo bei Nacht

so manch Kind

nicht schlafen mag.

Manch älterer Engel

versuchte schon,

den kleinen Engel

zu bekehren,

wollt sich beim lieben Gott

über ihn beschweren,

doch Gott Vater

nur gelassen lacht,

er spricht:

„Es braucht

auch Engel für die Nacht.

Menschen, die nicht schlafen können,

denen soll man auch

einen Engel gönnen.“

So gehen die Engel wieder

ihrer Arbeit nach,

und dem kleinen Nacht-Engel

blüht kein Ungemach.

Nein vielmehr im Gegenteil,

ruhelosen Menschen vermittelt er

Spass, Freude

und ein Stückchen

Seelenheil.

Wo er jetzt

wohl grade ist?

vielleicht entdeckst Du ihn,

falls Du Nachts

noch munter bist.

23.02.2021

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Allgemein

Aus den Erinnerungen, Geschichte Dein Stern und sein Engel

Dein Stern und sein Engel

Von Geburt an hat jeder einen oder vielleicht sogar mehrere Schutzengel. Aber nicht nur das. Jede(r) hat seit seiner/ihrer Geburt auch einen Stern am Himmel. Auf diesem Stern wohnt wiederum ein Engel.

Und sollte es Dir einmal nicht gut gehen und Deine innere Sonne nicht scheinen, denke an den Stern, der des Nachts am Himmel für Dich leuchtet. Dein Sternenengel empfängt die Gedanken, von Dir und schickt Dir als Antwort ein Licht in Dein Herz. Es ist wie eine Kerze, die er für Dich an der himmlischen Flamme, am Licht Deines Sterns entzündet. Dieses Licht, diese Kerze wird Dein Herz hell erleuchten, sodass Du wieder klarer sehen kannst.

Geschrieben, Februar 2016

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Texte-Adventkalender

Texte-Adventkalender Nachtrag Türchen#15 eine Geschichte in Gedichtform *neu*

So, wie versprochen heute nachträglich Türchen 15, nachdem es ja gestern drunter und drüber ging.

Texte-Adventkalender, Türchen#15: …

Die einsame Fee

Draußen am Fenster,

da sitzt eine Fee,

sie fühlt sich einsam,

nur Kälte, Eis und Schnee.

Die Fee sieht beim Fenster rein,

da sitzt beim Tisch

ein Mädchen,

im hellen Lichterschein.

„Hat dies Kind

ein offnes Herz?

Kann es erfühlen,

meinen Schmerz?“

Zaghaft die Fee

ans Fenster klopft,

doch das Mädchen reagiert nicht,

so, als wären ihre Ohren verstopft.

Sie konnte das Klopfen nicht hören,

lässt sich im Lichterschein

nicht stören.

Die Fee draußen

klopft nun lauter

an das Fenster,

das Mädchen schaut hin,

als sähe es Gespenster.

„O Du Kind,

im Lichterschein,

bitte, bitte,

lass mich doch herein!“,

ruft jetzt draußen

laut die Fee,

ihre Stimme erfüllt

von großem Weh.

Das Mädchen geht

zum Fenster hin,

„Ich muss doch helfen!“,

kommt es ihr dann

in den Sinn.

Mädchen öffnet

das Fenster leis,

draußen alles ruhig

und strahlend weiß.

„Nun komm herein,

und sei mein Gast,

ich will hören,

was Du Fee mir

zu erzählen hast.“

Dankbar schwebt

die Fee herein,

im Zimmer ist es

warm und fein.

„Ich gehöre zu den Feen,

die den Sommer lieben,

bin hier einsam

zurück geblieben.

Meine Freundinnen sind

im Feenwunderland,

bereiten dort im Geheimen wieder vor,

für die Zeit

von Wärme, Meer und Palmenstrand.

Danke, dass Du mich

herein gelassen hast,

ich habe den Anschluss,

die Abreise

meiner Freunde verpasst.

Ein böser Wintertroll

hat mich gefangen genommen,

vor kurzem erst

bin ich entkommen,

hier im Reich der Menschen

nun gelandet,

in Kälte, Eis und Schnee gestrandet.“

„Gute Fee darfst gern

den Winter über

bei mir verweilen,

ich will mit Dir

mein Zimmer teilen.“

So das Mädchen

mitleidig spricht,

dann löscht es sanft

das Schreibtisch-Licht.

Beide gehen sie nun zur Ruh,

voll Dankbarkeit macht die Fee

die Augen zu.

14.12.2020

Youtube:

https://youtu.be/fWvQrt_3fVM

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Texte-Adventkalender

Texte-Adventkalender Türchen #7 eine Geschichte in Gedichtform

7. Dezember, eine neue Woche hat begonnen und hier ist das siebte Türchen des Texte-Adventkalenders, mit einer Geschichte in Gedichtform.

Der Tannenbaum, der Christbaum werden wollte

Es war einmal ein Tannenbaum,

Ein Christbaum zu werden,

das war sein Traum.

Er stand neben einer Fichte im Wald,

diese sagte zu ihm:

„Weihnacht ist es nun bald.“

Der Tannenbaum antwortete:

„Ja, ich möcht‘ so gern

ein Christbaum sein.“

Darauf die Fichte:

„Oh mein Gott, dann bist Du aber

ganz allein!

Was ist an einem Leben als Christbaum

denn so fein?“

Tanne: „Als Christbaum will ich mitten

in einem großen Zimmer stehen,

und strahlende

Gesichter sehen.

Mit Kerzen, Kugeln und Lametta

werde ich geschmückt,

und auch mit allerhand

Leckereien bestückt.“

Die Fichte darauf sagt empört:

„Also das ist ja unerhört!

Wie kann man nur

das Christbaumsein anstreben,

wenn es doch besser ist

im Wald zu leben!?“

Eines Tages,

in der Weihnachtszeit,

ja, da war es endlich soweit.

Der Traum des Tannenbaums

sollte an diesem Tag

in Erfüllung gehen,

er spürte genau,

er würde nicht mehr lang

im Wald neben der Fichte stehen.

Ein Mann kam mit seiner Tochter

in den Wald und der Tannenbaum

wurde gefällt,

da sagte das kleine Mädchen mit strahlenden Augen:

„Du Papa, unsrer ist

der schönste Christbaum auf der Welt!“

Youtube:

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plüschige Wegbegleiter Texte-Adventkalender

Texte-Adventkalender Türchen #5 eine wahre Krampustagsgeschichte

Texte-Adventkalender, 5. Türchen:

Die Geschichte vom Gesundheitsteufelchen
eine wahre Krampustagsgeschichte

Dies ist eine wahre Geschichte, die sich am 05.12.2007 zugetragen hat.

Ich war zu diesem Zeitpunkt krank und Philipp brachte mir als Krampusstagsgeschenk ein Teufelchen aus Plüsch mit. Und er sagte: „Es soll Dir helfen, dass du schnell wieder gesund wirst.“ Das fand ich so süß! Und seitdem ist es das Gesundheitsteufelchen.

Was lernt man nun aus dieser wahren Geschichte? Na ganz einfach! Das es nicht nur böse Teufelchen gibt.

Diesen Krampus, dieses Teufelchen habe ich, wie man sieht immer noch. Es ist ein lieb gewonnener Talisman und gehört zu meinen Besonderheiten, in meiner Plüschtiersammlung. 😉

Ich wünsche allen einen schönen Tag noch und morgen gibt es dann Türchen Nr. 6. 🙂

Youtube:

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Die Muschelinsel (Geschichte)

Die Muschelinsel Teil 5, Miranda erzählt und übersiedelt

Ein weiteres Mal auf der Muschelinsel angekommen, befinde ich mich wieder auf dem Holzsteg. Am Ufer wartet mein Floß bereits auf mich, und ich kann sofort wieder an das andere Ufer, zu Marge’s Hütte fahren. Was würde Miranda wohl zu erzählen haben?

Ich klopfe und Marge öffnet mir. Nach meinem Eintreten kommt mir Miranda, mit offenen Armen, strahlend entgegen. Wir umarmen uns ganz dolle. „Ich habe gehört, Du hast meine Muschel gefunden!“, ruft Miranda vor Freude. „Na ja, stimmt nicht ganz, ein Meermädchen, namens Mariel hat sie mir gebracht.“, korrigiere ich das Mädchen. „Jetzt setzt Euch erstmal an den Tisch, damit wir in Ruhe reden können.“, sagt Marge. „Mensch, Mama, ich möchte aber meine Muschel wieder haben!“, quengelt Miranda. „Ich kann Deine Mutter verstehen, denn schließlich wollen wir alle wissen, was passiert ist, bevor Du quatschnass und heulend bei Deiner Mutter angekommen bist.“, stimme ich Marge zu. „Wie peinlich! Mama hat Dir erzählt, dass ich geweint habe!“, quengelt Miranda weiter. Ich schüttle den Kopf und erwidere: „Da ist überhaupt nichts peinlich daran.“ Seufzend setzt sich nun auch Miranda.

„Also, mein Schatz, nun erzähl.“, kommt von Marge die Aufforderung an Miranda.

„Ich habe meinem Vater und seiner Frau eröffnet, dass ich zu Dir, also zu meiner Mutter ziehen möchte, und das ich nicht mehr bereit dafür bin, die Sklavin meines Vaters, seiner Frau und meiner Stiefschwester zu sein. Sie müssten zukünftig selbst für sich sorgen. Und außerdem sollte es ja eigentlich so sein, dass Vater als Familienoberhaupt, gemeinsam mit Stiefmutter für uns Kinder sorgt. Daraufhin ist Vater richtig wütend geworden, hat mir einen Schlag auf die Hand gegeben, in der ich die Muschel hielt. Reflexartig ließ ich die Muschel fallen. Aber bevor ich sie mir greifen wollte, war Tamina da, hob die Muschel auf und gab sie meinem Vater. Der schrie“: „Wie kannst Du es wagen, so frech zu sein, Miranda? Jetzt werde ich diese Gottverdammte Muschel ins Meer werfen. Und Du bleibst hier, bis Du 18 bist! Aber ich habe eine Idee, für einen Deal. Solltest Du es jemals schaffen, diese Muschel im Meer wieder zu finden, gebe ich Dich frei, und Du kannst gehen, wohin Du willst!“.

Miranda hielt inne. Die Tränen kamen ihr. Unter Tränen führt sie ihre Erzählung fort:

„Ich lief hinaus, wollte meinen Vater aufhalten. Meine Stiefschwester Tamina wollte ebenfalls mit hinaus laufen, aber Stiefmutter hielt sie zurück. Tatsächlich warf Vater die Muschel ins Meer und lachte dabei höhnisch. Ich stieß ihn zur Seite, in Richtung Hauseingang und sprang in meiner Verzweiflung ins Meer. Doch ich konnte sie nicht mehr fassen. Dann war mir alles egal. Zurück nach Hause zu meinem Vater wollte ich nicht mehr, also schwamm ich den ganzen Weg ans andere Ufer zu meiner Mutter. Und was für ein Segen, dass die Meerwesen geholfen haben und die Muschel ans Ufer gebracht, und Dir die Aufgabe übertragen haben, mir die Muschel wieder zu geben. Aber wo ist sie nun?“

„Du hättest krank werden können, Kind!“, meint Marge und holt die Muschel aus der Schublade. Sie gibt mir die Muschel und ich reiche sie feierlich an Miranda weiter. „Danke! Danke! Danke!“, ruft Miranda, steht auf, umarmt und küsst mich auf die Wangen.

„Du möchtest also zu mir ziehen?“, fragt nun Marge. Miranda nickt. „Dann wollen wir das Siedeln schnell hinter uns bringen. Er muss Wort halten, denn immerhin hast Du Deine Muschel wieder.“

Wir gehen also ans Ufer. Marge fährt mit ihrem eigenen Boot und Miranda setzt sich mit mir auf das Floß.

Auf dem Steg angekommen, gehen wir sogleich zum Haus. Marge betätigt die Glocke. Die Stiefmutter öffnet. Sie ist kreidebleich, als sie uns alle davor stehen sieht. Marge hat vorsorglich einen Koffer mit genommen, um Miranda’s Habseligkeiten darin zu verstauen. Miranda selbst hat zudem einen Rucksack mit.

„Mike, Deine Ex ist da, mit Deiner Tochter und der Fremden im Schlepptau.“, verkündet die Stiefmutter entgeistert ihrem Mann.

„Was wollt Ihr hier? Und Miranda, bist Du noch ganz bei Sinnen, einfach wegzulaufen, bzw. ins Meer zu springen? Und so etwas Unvernünftiges wie Du, soll ich freigeben und eigene Entscheidungen treffen lassen? Deine Muschel ist ja sowieso schon irgendwo im Nirgendwo des tiefen Meeres!“

Bevor Miranda etwas antworten kann, drängt sich Marge nach vor zu ihm und brüllt ihn an:

„Mike, nun frage ich Dich, bist Du noch ganz bei Sinnen, das Kind so zu erpressen und in Gefahr zu bringen? Schäm Dich, unsere Tochter so schlecht zu behandeln!“ Miranda geht nun zu ihrem Vater und hält ihm die Muschel hin. „Hier ist sie, Vater, ich habe meine Muschel wieder. Und nun, halte Dich an den Deal und lass mich zu Mutter ziehen!“

Mike lacht nur und meint: „Und Du hast mir das wirklich geglaubt? Wie naiv bist Du eigentlich? Das habe ich ja nur so dahin gesagt, mit dem Deal. Du bleibst hier, Miranda! Und Du, Marge, verlässt mit der Fremden augenblicklich unser Haus!“

„Es reicht! Ich ziehe aus, ob Du willst oder nicht, Vater!“, schreit Miranda unter Tränen. Doch der Vater weigert sich weiterhin, den Weg zu Miranda’s Zimmer frei zu geben. Die Stiefmutter schaltet sich ein und sagt: „Mensch, Mike, lass sie doch durch. Soll sie doch gehen, dann haben wir unser eigenes Leben, und sie hat ihres, bei ihrer Mutter. Ist mir eh lieber. Soll die leibliche Mutter sich mal um das Gör kümmern!“ Bei diesen Worten ist deutlich zu merken, dass die Stiefmutter Miranda nicht leiden kann.

„Nun gut. Aber die Fremde geht nicht mit, mit Euch. „Oh doch, Vater. Sie ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass ich meine Muschel wieder habe.“, entgegnet Miranda trotzig. „Stopp! Der Deal gilt nicht, wenn jemand anderer die Muschel für Dich gefunden hat!“, ruft der Vater. „Ach, halt doch den Mund!“, ruft Marge.

Die Stiefmutter zieht Mike an ihre Seite und Miranda zieht mich an der Hand schnell an ihnen vorbei.

Miranda führt Marge und mich in ein kleines, dunkles Zimmer, in welchem ein Bett, ein Kleiderschrank und ein kleiner Schreibtisch steht. Die meisten Klamotten, die Miranda besitzt, sind alt und kaputt. Nur wenige Sachen sind noch schön und brauchbar. Stiefschwester Tamina hat immer alles bekommen, aber für Miranda hatte man nie was übrig. „Du brauchst das nicht. Sei zufrieden, mit dem was Du hast. Du bis eh nur beim, und am Meer.“, hatte ihr Vater einmal gesagt. „Außerdem bin ich jetzt Papis neue Prinzessin.“, meinte daraufhin Tamina spöttisch, und ließ sich von ihm Huckepack nehmen.

Sie packten die wenigen Dinge in den Koffer. Ihre wenigen CDs, ein paar Plüschtiere und einen Diskman mit Kopfhörern packte Miranda in ihren Rucksack, und das kleine Radio.

Kaum waren wir wieder aus dem Zimmer draußen, kommt die Stiefmutter hinzu und übergibt Marge einige Geldscheine, mit den Worten: „Danke, dass Du Dich nun um Dein Kind kümmerst. Kauf ihr damit was schönes.“. „Ein Kind kann man nicht mit Geld frei kaufen. Und ich weiß doch, wie sehr Du meine, unsere Tochter nicht leiden kannst. Dennoch sage ich danke und wir können das Geld gut gebrauchen.“

Währenddessen ist der Vater bei Tamina im Kinderzimmer. Die Stiefmutter klopft und ruft ihn heraus. „Sie sind fertig und wollen gehen. Du solltest Dich wenigstens trotzdem verabschieden, Mike.“ Dieser kommt mit Tamina an der Hand heraus, richtet den Blick auf Miranda und sagt spöttisch: „Na dann, schönen Urlaub bei Deiner Mutter. Ich wette, in ein paar Wochen stehst Du eh wieder bei uns auf der Matte!“. Hastig schüttelt Miranda den Kopf und erwidert: „Nein, Vater, es ist mir mit dem Umzug wirklich ernst. Tschüss, Ihr habt nun Euer eigenes Leben.“

Nach einem kurzen auf Wiedersehen, bei dem man mich gar nicht beachtet, verlassen wir das Haus. Marge hält noch immer die Geldscheine fest umklammert, steckt sie aber schließlich doch in ihre Tasche. Nun fährt Miranda mit ihrem eigenen, kleinen Boot an das andere Ufer.

Siedeln mit Hindernissen, aber es hat letztlich alles doch gut geklappt. Ich lasse Mutter und Kind erstmal für sich sein und verabschiede mich. Miranda passt es gar nicht, dass ich gehe, aber wie immer verspreche ich, wieder zu kommen.