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Die „Walnussgrete“ und das Kräutermädchen, eine Kurzgeschichte

Vorbemerkung: Erstaunlich, was einem manchmal so in den Sinn kommt, … mir zumindest. 😉

Die Walnussgrete und das Kräutermädchen, eine Kurzgeschichte

In einem Wald, an einer Lichtung steht ein großer Walnussbaum. Dort wurde ein Baumhauserrichtet. In diesem wohnte die Walnussgrete, eine alte Hexe, wobei sie auch gerne als „Waldfee“ bezeichnet wurde, denn es umgab sie eine geheimnissvolle, mystische Aura.

Die Walnussgrete verfügte über Walnüsse, in Hülle und Fülle. Diese wurden einerseits zu wohlschmeckenden Produkten verarbeitet, zum Beispiel Kekse oder Pralinen. Diese verkaufte sie an die Menschen im nahegelegenen Dorf, bzw. tauschte sie gegen andere Dinge des täglichen Bedarfs. Da gab es zum Beispiel Rosiane, ein Blumen- und Kräutermädchen. Sie und ihre Eltern hatten einen großen Garten, in dem die verschiedensten Blumen und Kräuter wuchsen und blühten, vor allem mochte die alte „Walnussgretel“, wie sie von den Leuten im Dorf immer wieder genannt wurde, das herrlich duftende Rosenöl, welches von Rosiane höchstpersönlich hergestellt wurde. Rosiane‘s Mutter war zudem die Dorfapothekerin und Heilerin. Rosiane selbst war zwar erst 12, aber schon ein echter Profi beim Öle herstellen, mit den wertvollen Blumen und Kräutern. Rosiane wiederum liebte Grete‘s Walnusspralinen.

Aber nun zurück zu der „Walnussgretel“. Sie schätzte die Tauschkultur in ihrer Welt sehr. Und im Winter fütterte sie die Vögel mit Walnüssen. Manchmal kamen auch Eichhörnchen, die wo anders zu wenig Futter für den Wintervorrat gefunden hatten.

Ein paar Jahre später trug es sich zu, dass die „Walnussgretel“ sehr krank wurde. So krank, dass sie keinesfalls mehr an der verlassenen Waldlichtung, in dem Baumhaus alleine wohnen konnte. Sie übersiedelte daher in die kleine Dorfklinik, die von Rosiane‘s Vater geführt wurde. Er war Arzt. Doch die arme Gretel zermaterte sich den Kopf. Wer sollte ihren Platz im Baumhaus übernehmen? War sie doch stets die Vermittlerin zwischen den Menschen und der Natur gewesen. Ihr war klar, es musste eine würdige Nachfolgerin gefunden werden. Mit Rosiane verstand sich die Gretel immer schon gut, also fragte sie eines Tages: „Rosi, liebes, wie Du weißt, kann ich vermutlich nicht mehr in mein Baumhaus zurück und suche daher eine würdige Nachfolgerin, und da fiel meine Wahl auf Dich, da Du ebenso im Einklang mit der Natur lebst. Da steckt so viel Liebe, in allem, was Du tust und produzierst.“. Rosiane musste darüber nachdenken, wie sich das vereinen ließe, ihre Arbeit als zukünftige Apothekerin, und Grete‘s Arbeit, also antwortete sie: „Liebe Gretel, ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses riesige Pensum schaffen würde, einerseits als Jungapothekerin und andererseits Deine Arbeiten. … Und vor allem, ich könnte nie so gute Dinge aus den wertvollen Nüssen erzeugen, wie Du.“. „Mach Dir keine Sorgen, ich werde Dir meine Kräfte übertragen, dann wird Dir alles einfacher gelingen.“ Sie nahm also Rosiane‘s Hände in ihre und augenblicklich spürte Rosiane in ihren Händen ein kribbeln, dazu noch eine unsagbare Wärme, die sich in ihrem Körper breit machte. „Ich bin müde.“, sagte Rosiane nach einer Weile, als der Energiefluss wieder abnahm. „Klar, Dein Körper und Dein ganzes System müssen sich erst an die neue Energie gewöhnen. Ruh Dich aus, dies werde ich jetzt auch tun. Wir reden morgen weiter.“

Noch am selben Abend erzählte Rosiane ihren Eltern vom Gespräch mit der Gretel und von der Einweihung, Energieübertragung der Hexenkräfte auf das Kräutermädchen. Mutter Rosalie meinte: „Du bist mittlerweile alt genug, um selbst Entscheidungen zu treffen. Der Vater jedoch meinte: „Ach, Rosalie! An uns denkt keiner, dass wir mal alt werden. Rosiane muss auf jeden Fall Medizin studieren, damit die Zukunft der Klinik gesichert ist! Die Führung der Klinik soll in der Familie bleiben!“ Rosiane erwiderte: „Ach Vater, das schulmedizinische liegt mir nicht. Ich fühle mich eher den alternativen Heilverfahren zugehörig, so wie Mutter. Aber frag doch Deinen jungen Oberarzt in der Klinik. Ihn nennst Du ja immer wieder liebevoll „mein Sohn“, obwohl er nicht Dein eigener Sohn ist.“ „Sie hat Recht.“, erwiderte Rosalie. „Nun ja, ich habe ihm damals das Medizinstudium finanziert, weil seine Eltern, einfache Bauersleute, ihn nicht unterstützen wollten, oder konnten.“ „Na eben Vater, dann wärs für ihn an der Zeit, mal was zurückzugeben.“ „Na gut, ich rede mit ihm.“ Rosiane atmete erleichtert durch.

Schon bald war alles geregelt. Der junge Arzt freute sich, ja, fühlte sich geehrt, die Führung der Klinik übernehmen zu dürfen. Am darauffolgenden Wochenende half der junge Arzt Rosiane dabei, das Baumhaus aufzuräumen. Es wurden dann auch gleich die Futterhäuschen für die Vögel aufgefüllt. Sie fand Gretels Pralinenrezepte und versuchte, diese nachzumachen. Fürs erste Mal gelang es ihr schon ganz gut. Dann waren die Kekse dran, welche auch gut gelangen. Abends verabschiedete sich ihr Helfer, denn erhatte Nachtdienst in der Klinik. Beim Verabschieden sagte er noch: „Du bist ein tolles Mädchen, Rosiane!“ Sie lächelte ihn an. Nur zu gerne hätte sie ihn umarmt, traute sich aber nicht.

So pendelte sich alles ein. Unter der Woche war Rosalie Jungapothekerin und Ölmischerin, und von Freitag bis Sonntag, also an den Wochenenden blieb sie meist im Baumhaus, um die Arbeiten der Gretel zu erledigen. Oftmals schaute sie auch unter der Woche im Baumhaus nach dem Rechten, schlief aber nicht dort. Ja, es wurden sogar schon Bestellungen von Pralinen und Keksen an sie herangetragen, da die Leute aus dem Dorf merkten, dass Rosiane diese ebenso gut machte, wie die Gretel selbst. Auch die Gretel zeigte sich sehr zufrieden, mit ihrer Nachfolgerin. Ein halbes Jahr später starb die Gretel. Rosiane‘s Trauer war groß. Aber auch alle anderen Leute im Dorf waren sehr bestürzt, dass diese tolle Frau nun doch gestorben war. Nun war allen klar, die Gretel war keine unsterbliche Fee, sondern „nur“ eine Hexe gewesen, im Grunde aber vor allem ein Mensch, wie Du und ich. Jeder trug etwas zum Begräbnis bei. Jason, der junge Arzt, welcher die Klinikführung übernahm, bot Rosiane seine starken Arme an. Er war ihr gefühlsmäßig in diesen Zeiten eine große Stütze.

Eines Tages, in einer lauen Sommernacht, waren sie beide in Gretels Baumhaus. Sie entdeckten die Liebe zueinander und kamen sich näher. Rosiane‘s Eltern gaben dann schließlich ihren Segen, Rosiane durfte Jason heiraten. Sogar ihr Vater war froh, dass die beiden zueinander gefunden hatten. Die Eltern wussten nun, die Klinik und auch die Dorfapotheke waren gesichert, für die Zukunft.

Ein halbes Jahr nach dem Tod der Walnussgretel heirateten Rosiane und Jason. Und wieder ein Jahr später brachte Rosiane Zwillinge zur Welt, ein Mädchen und einen Buben. Das Mädchen hatte eine Besonderheit, nämlich, sie hatte bei der Geburt eine Membran, eine sogenannte Glückshaube über dem Kopf. Der Junge bekam den Namen Jason Junior, und das Mädchen bekam den Namen Marisol, was soviel wie „sonniges Kind“ bedeutet. Die Membran wurde dem Mädchen abgenommen. Von einem Kind, welches mit einer Glückshaube geboren wird sagt man, es hätte besondere, übersinnliche Fähigkeiten. Diese Kinder könnten zum Beispiel Geister sehen. Mutter Rosiane hatte dies von der alten Hexe Grete gehört. Ja, sie hatte auch ein Rezept, um so ein Kind vor bösen Geistererscheinungen zu schützen. Es schien damals so, als hätte die Gretel geahnt, dass es bald so ein Kind geben würde. Nun befolgte Rosiane den Rat der Gretel. Sie bat eine Krankenschwester, die Membran in Wasser einzulegen, und dann nach etwa 10 Minuten den Sut in ein Fläschchen zu füllen. Marisol sollte den Sut dann zum trinken bekommen. Der Glückshaubensut hätte die Wirkung, das Mädchen vor negativen Wesen und Geistern zu schützen. Die Membran selbst hob man auch auf, als Glücksbringer.

Ja, und so zogen die Jahre weiter ins Land. Marisol wurde in nächster Generation Heilerin und Apothekerin und Jason Junior studierte Medizin. Beide, Marisol und Jason fanden wieder eigene Partner, die im Apotheken/Klinikalltag mithalfen. So wurden alle Fähigkeiten stets von einer Generation zur nächsten übertragen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

28.11.2022

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Des Rätsels Lösung – Fortsetzung zu „die Hexe von der ersten Stiege“

Philipp erzählte mir, an seinem Geburtstag sprach man auch über die eine Frau, die sogenannte „Hexe“ von der ersten Stiege. Jetzt wissen wir mehr, Philipp seine Mutter hat erzählt, diese eine Frau, eine ältere Dame, scheint zunehmend paranoid zu werden, oder wie soll man dazu sagen? – jedenfalls, sie beschuldigt sämtliche Hausbewohner von der ersten Stiege, sie würden alle Drogen rauchen und konsumieren und deswegen würde es so stinken überall usw. Polizei war schon mehr mals da, aber es sind nie Drogen gefunden worden.

Also nun bin ich beruhigt. Wir haben das hörbare „Gift“ nur abbekommen, weil wir halt gerade da vorbei gegangen sind. Wir werden zu nichts beschuldigt und mit unseren Katzen hat es auch nichts zu tun. Es ist einfach eine alte Frau, die zunehmend verrückt wird und ihre Nachbarn tyrannisiert. Haben auch erfahren, die ist kaum mehr da, weil sie es in dem Haus/in ihrer Wohnung dort kaum noch aushält, weil es eben, laut ihrer Aussage, ständig so stinkt.

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Die „Hexe“ von der ersten Stiege

Gestern Mittag fiel sie mir schon unangenehm auf, eine Frau, die man meterweit schreien und schimpfen hörte. Von unserem Balkon aus klang es so, als käme es vom Nachbarhaus her, aber ich sollte eines besseren belehrt werden.

Als wir nämlich am späten Nachmittag weggingen, und an der ersten Stiege vorbei gingen, schimpfte sie erneut von oben herunter. Alles habe ich nicht verstanden, irgendwas mit einer blöden Situation und Gestank, keine Ahnung, es klang sehr unhöflich und mit ihrer schrillen Stimme sehr bedrohlich. Ich dachte schon wirklich, sie meint uns, mit unseren Katzen. Dabei schauen wir eh immer, dass alles sauber ist. Und vor allem meinte Philipp, von unserer Stiege, der zweiten, hat sich noch niemand beschwert. Außerdem haben noch mehr leute im Haus Katzen und auch Hunde.

Wie auch immer, ich fühlte mich ab da sehr unwohl. Diese laute, schrille Stimme hat in mir alte Wunden aufgerissen, wie ein Schwert, dass Dir über die Ohren ins Herz und in die Seele schneidet. Früher bin ich auch sehr oft angeschrien worden. Ich war immer gut genug dafür, dass man die schlechte Laune an mir ausgelassen hat. Ich sei ja auch so schlecht, ja konnte niemandem was recht machen. So hat mich dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, von oben herab Geschrei von der Frau enorm getriggert, und dadurch entstand die „dunkle Seelenpoesie“. Philipp meinte, es kam aus einer Wohnung vom dritten Stock. Ich hatte ihm zuvor schon davon erzählt, dass mir eben Mittags diese Frau schon unangenehm aufgefallen war, und als ich die hörte, als sie herunterschimpfte, meinte ich, das ist die, dachte zuerst vom Balkon aus, es kam vom Nachbarhaus. Umso erschrockener war ich dann, als das giftige Geschimpfe aus unserem Haus, von der ersten Stiege kam.

Mir kam dann für diese Person automatisch der Begriff „Hexe“ in den Sinn, mit ihrer schrillen, lauten Stimme, sodass Du Dir denkst, der möchte ich nicht gegenüberstehen! – klar, dass Hexen nur böse sind, stimmt längst nicht, denn es gibt auch gute Hexen, die Heilung bringen, großes Wissen über die Kräfte der Natur haben. Sie wurden nur von der Kirche so verteufelt. Aber genau wie diese Frau mit ihrem Geschrei stelle ich mir auch die böse Hexe von „Hänsel und Gretel“ vor.

Wir gingen dann weiter und Philipp meinte, sie ist wohl so jemand, die sich nur wichtig machen will, vor allem, wenn sie nicht nur uns so angetobt hat, sondern Mittags schon rumgeschimpft hat, könne es nix mit uns zu tun haben. – hoffentlich hat er recht. Sie hat mir echt Angst gemacht, mich aus meiner Mitte katapultiert. Habe mich in unserem Zuhause, in unserer Wohnanlage immer wohlgefühlt, aber nun, da ich weiß, dass es offensichtlich jemanden gibt, der dann und wann Unfrieden verbreitet, womöglich ständig am Fenster steht, oder vom Balkon aus ständig die Leute beobachtet, fühle ich mich unbehaglich.

Heute ist die „Hexe“ zum Glück noch nicht negativ aufgefallen. – vielleicht ist sie am Wochenende gar nicht da. Mal sehen, weiter beobachten – etwas seltsam ist das ganze schon. Noch nie, außer gestern, ist mir jemand negativ aufgefallen. Ist die grade erst hergezogen? Hat sie womöglich an ihrem früheren Wohnort schon Unfrieden verbreitet? Was geht in so einem Menschen vor? – viele, viele Fragen, aber keine Antworten. – mag sein, ich mache mir zu viele Gedanken, aber es ist hier halt doch mein/unser zu Hause.

Schön fand ich es, dass ich gestern am Abend dann doch auf eine kreative Welle aufspringen konnte, im Flow war und mich auf diese Weise sehr gut von den blöden Gefühlen ablenken/abschirmen konnte.