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Unglücksdienstag mit Albträumen und Scherben oder ein Eintrag über Schattenseiten

Die vergangene Nacht war von Albträumen geprägt. Ich träumte von meinen Eltern und Bruder, wie sie mich, so wie früher immer, erniedrigten. Von meinem jähzornigen Vater. Lange schaffte ich es nicht, aus dieser dunklen Traumwelt auszubrechen. Schließlich bin ich doch aufgewacht, aber mit Herzrasen und Tränen in den Augen.

Und leider habe ich wohl etwas von der negativen Energie aus diesen Albträumen ins Hier und jetzt mitgenommen, denn, beim Vorhaben, meine gute alte Teekanne in den Geschirrspüler zu räumen, glitt diese mir irgendwie aus den Händen und *klirr* zersprang in gefühlt tausend Scherben. In meinem Kopf hörte ich dann die erniedrigenden Stimmen, als würde meine Mutter jetzt zu mir sagen: „Wir habens ja gewusst, Du bringst nichts auf die Reihe!“

Ich fühle mich schlecht. Meine Hände zittern, als hätte ich weiß Gott was verbrochen. Wieso holt mich der ganze alte Mist von früher jetzt wieder ein? Und wieso trifft mich das jetzt so hart, wo ich doch jetzt eigentlich viel selbstbewusster bin? Das habe ich zumindest gedacht. Jedoch fühle ich mich heute eher wie das verletzte Kind von früher.

Aus Selbstschutz lasse ich die Scherben in der Küche erstmal liegen. In dieser, momentan vorherrschenden, psychisch sehr labilen Phase ist die Versuchung der Selbstbestrafung durch selbstverletzendes Verhalten zu groß. Die Küchentür ist zu, auch damit unsere Katze Lucky nicht hinein gelangt. Ich würde mir das nie verzeihen, wenn sie sich wegen mir, an einer der Scherben verletzen würde.

Ich habe den Philipp angerufen und von meinem Missgeschick erzählt. Er meinte auch, ich solle die Scherben bitte liegen lassen. Er macht das dann schon, wenn er von der Arbeit kommt. Er meinte, um diese Teekanne ist es natürlich schade, aber das kann passieren, ich brauche mir deswegen keine Vorwürfe zu machen.

Ja, ich schreibe selten darüber, aber auch ich habe meine Schattenseiten. Früher habe ich mich oft selbst verletzt, aber heut zu tage kaum noch. Hin und wieder stauen sich noch Gefühle von Wut auf, die ich dann an mir selbst, durch, mit der Hand gegen die Stirn schlagen oder ähnliches, auslasse. Eines habe ich mir aber immer geschworen. Ich könnte/würde nie einem anderen Menschen/Lebewesen wehtun, so wie es mein Vater getan hat. Die körperlichen Schmerzen, die er mir angetan hat, sind längst verheilt, aber die seelischen Wunden, wohl noch lange nicht. Man sagt, die Haut ist der Spiegel der Seele und so spiegelt manch kleine Narbe, von Verletzungen, die ich mir zugefügt habe, die Narben auf meiner Seele wider.

Dies hier soll kein Jammer-Eintrag sein, sondern ist vielmehr die Niederschrift von Gedanken und Gefühlen.

Heute würde ich mich am liebsten in ein Loch verkriechen und nicht mehr herauskommen.

Ich bin aber froh und dankbar, dass ich einen so lieben Menschen, wie den Philipp an meiner Seite habe. Liebe ist stärker, als Hass. Und so hat mich, die Liebe, die wir füreinander empfinden schon oft wieder aufgerichtet. Mittlerweile kennt mich niemand besser, als er. Er, dieser Engel auf Erden, der Tag für Tag mit mir durch dick und dünn geht, der niemals vorwurfsvoll oder ungeduldig mit mir ist, der mich, mit meinen Stärken und Schwächen einfach so annimmt, wie ich eben bin. Ja, selbst zwischen ihm und mir wollten meine Eltern anfangs einen Keil treiben, aber es ist ihnen nicht gelungen, uns auseinander zu bringen.

Ich komme nun zum Ende. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden mit diesem, meinem Schattenseiten-Eintrag abgeschreckt, aber das musste einfach raus. Ja, mittlerweile ist das Schreiben auch ein gutes Ventil für mich geworden.

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Eine haarige Angelegenheit

Jetzt komme ich Euch mit einer haarigen Angelegenheit, denn meine Haare haben mittlerweile die richtige Länge erreicht, für einen geflochtenen Zopf, … zumindest annähernd, weil kurz nachdem Philipp die nachfolgenden Fotos gemacht hat, lösten sich dann doch wieder Haarsträhnen und ich habe den Zopf wieder aufgemacht. Naja, einen Versuch war’s wert. 😉

Ich weiß im Übrigen noch nicht, wie lange ich die Haare wachsen lassen werde.

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Ich werde es tun, oder was aus den eingebrannten Gedanken wurde

Damit jeder weiß, worum es geht, verweise ich noch einmal auf diesen Eintrag.

Ich habe mir jetzt ein paar Tage Zeit gelassen, um nachzudenken. Zudem heute ein Telefonat mit dem Onkel Ronald geführt. Er findet es eine gute Idee, meinen Eltern ein Buchexemplar zu schicken, mitsamt einer Weihnachtskarte, sofern ich mich emotional dazu in der Lage fühle. Er meinte, ich würde sehr viel Menschlichkeit ihnen gegenüber beweisen. Ich habe ihm auch gesagt, mir geht es nicht darum, wieder einen engeren Kontakt aufzubauen. Vielmehr geht es darum, einfach ihnen mitzuteilen, was aus mir geworden ist, das sie sehen und merken, „ach, sie hat im Leben doch was weiter gebracht“. Da ist etwas in mir, ein Gefühl, so nach dem Motto, egal, was auch früher alles unschönes vorgefallen ist, es sind meine Eltern und sie haben, eben weil sie meine Eltern sind, das Recht darauf, zu erfahren, wenn ich einen besonderen Meilenstein in meinem Leben erreicht habe. Und mit diesem Buch ist dies der Fall. Und so kurz vor Weihnachten kommt mir der Geistesblitz, ihnen ein Buch zu schicken. Auch, wenn ich vieles, was geschehen ist, nicht gut heiße, hat diese Geste, ihnen das zu schicken, in Verbindung mit Weihnachten etwas Versöhnliches weil, ich bin im Reinen mit mir, empfinde keinen Hass oder Groll mehr gegen meine Eltern.

Und dennoch möchte ich weiterhin auf Distanz zu ihnen bleiben, nicht zu viel Kontakt zulassen. Ich werde auch keine Telefonnummer in die Weihnachtskarte schreiben. Ich erwarte mir keine Antwort. Diese Aktion mache ich einfach aus meinem Herzen heraus, um sie an meiner Freude an dem, was ich dieses Jahr erreicht habe, teilhaben zu lassen, ohne Erwartungen etc. Ich sehe es auch ganz neutral. Wenn sie sich freuen, ist es gut, wenn nicht, egal. Auch, wenn sie mit den Texten in dem Buch nichts, oder nur wenig anfangen können, haben sie doch wenigstens die Gewissheit, dass ich mich von nichts und niemandem habe unterkriegen lassen.

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Über Gegensätze und inneres Erwachen – vom „funktionieren“ zum Leben

Oft, wenn es draußen still ist, ist es in mir laut, mein Geist und meine Intuition werden wach. Und ich denk mir: „Hallo, Ihr Beiden, wo seid Ihr untertags? Müsst Ihr denn so oft eine Nachtschicht einlegen? – nein, tut mir leid, dass schafft mein Körper nicht. Dieser würde ansonsten den ganzen Tag verschlafen, wenn ich die ganze Nacht aufbliebe.“

Aber andererseits, … die Stille der Nacht, oder ganz früh am Morgen, hat etwas Magisches, … nicht in Worte zu fassen.

Ja, stimmt schon, ich habe untertags auch immer wieder intuitive, kreative und inspirierende Momente, aber Nachts, wenn alles still um mich herum ist, erwachen wie gesagt Geist und Intuition oft besonders. Wenn ich um mich herum keinen Laut höre, gelingt es besser, in mich hinein zu lauschen.

Das sind sie, die Gegensätze. Draußen Stille und Dunkelheit, und in mir ist es laut und hell.

Dieses Lautsein in mir selbst empfinde ich längst nicht mehr als unangenehm. Früher war das noch so, in meinen depressiven Phasen, als ich noch „funktioniert“ und nicht gelebt habe. Da beherrschten quälende Gedanken die nächtliche Stille. Wie Dämonen nahmen sie den Platz in mir, in meinem Geist ein. Erst ein Burnout und Nervenzusammenbruch ließen mich „aufwachen“, zeigten mir auf, dass es an der Zeit ist, nicht mehr für andere Menschen zu funktionieren, sondern auch mal an mich, an mein Leben, und ja, auch an meine Träume, Ziele, an meine Selbstverwirklichung zu denken.

Die Depressiven Phasen sind weit weniger geworden. Ich würde mich längst nicht als geheilt ansehen, nehme immer noch Psychotherapie in Anspruch, schon alleine um meine Draumata und negativen Kindheitserlebnisse aufzuarbeiten, aber ich bin auf einem guten Weg.

Es ist ein langer, steiniger Weg, von der funktionierenden Marionette zu dem, was man eigentlich ist, ein lebendiger Mensch.

So, ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiben, aber mein Körper signalisiert mir, dass es Zeit ist, sich zur Nachtruhe zu begeben.